Waidhofen an der Ybbs

Erstellt am 29. September 2017, 05:00

von NÖN Redaktion

Ökonom Karl Eiginger lud zur Diskussion im Plenkersaal. Ökonom Karl Aiginger forderte im Plenkersaal die Abkehr von fossiler Energie. Die Chancen der EU sieht er als Sozialunion.

Bürgermeister Werner Krammer, Manuel Teufl, Jürgen Tazreiter, Raphael Kößl, Karl Aiginger, Anton Pichler undManuel Wurzer luden nach Aigingers Referat zu einer lebhaften Diskussion.  |  Leo Lugmayr

Auf Ex-Wifo-Chef Karl Aiginger hörte über zwei Jahrzehnte die wirtschaftlich interessierte Öffentlichkeit. Auf Einladung der Initiative „Wirtschaft 2050“ skizzierte der europaweit angesehene Ökonom am Freitag mehrfache Bedrohungen für Europa, wobei er den Rechtspopulismus, den Brexit und die Rollen von Putin und Trump, die kein Interesse an einem starken Europa hätten, nennt.

Trotzdem sieht Aiginger die Möglichkeit, substanzielle Veränderungen zur Verbesserung der EU herbeizuführen, um Arbeitslosigkeit und Ungleichheit zwischen den Staaten zu bewältigen. Es brauche in Regionen mit geringem Einkommen Wirtschaftswachstum. Es müsse die EU zu einer Sozialunion werden, die sich darum kümmert, dass alle Bürger am gesellschaftlichen Leben und ökonomischen Prozess teilhaben. Als dritte Säule sieht Aiginger die ökologische Nachhaltigkeit.

Aiginger fordert radikale Steuerreform

Um diese Ziele zu erreichen, fordert der Ökonom eine radikale Steuerreform, die die Steuern auf Arbeit halbiert. Die dadurch fehlenden Staatseinnahmen sollen durch Steuern auf Energie und Emissionen, Tabak und Alkohol, Finanztransaktionen und Erbschaften kompensiert werden. „Gegenwärtig subventionieren wir fossile Energien drei Mal so hoch wie erneuerbare Energien. Das ist ein erstaunliches Versagen staatlicher Lenkung.“ So solle die Pendlerpauschale für Menschen, die mit Diesel- oder Benzinautos zur Arbeit fahren, geringer ausfallen als für jene, die mit E-Autos, Öffis oder Fahrrad anreisen.

Die Zeit der Verbrennungsmotoren sei zu Ende, prophezeit Aiginger. „Jedem Privaten und Unternehmer, der noch in diese Technologie investiert, muss klar sein, dass sein Fahrzeug in Kürze nicht mehr verkäuflich sein wird.“