Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:32

von Andreas Kössl

„Ohne Zuzug geht es nicht“. Bis ins Jahr 2030 peilt Waidhofen ein Wachstum der Bevölkerung um satte zehn Prozent an.

Miteinander für die Zukunft Waidhofens: Bürgermeister Werner Krammer, Angela Mörixbauer, Vizebürgermeister Martin Reifecker, Stadtrat Kurt Hraby, Daniela Hausberger (1.R., v.l.), Thomas Wagner, Franz Hörlesberger, Margit Watzinger, Rudi Hussak, Christian Mitterlehner (NÖ Stadterneuerung) mit Sophia und Lorenz Mitterlehner (2.R., v.l.), Magistratsdirektor Christian Schneider, Stadtrat Franz Sommer, Christoph Kalteis und Stadtrat Fritz Rechberger (3.R., v.l.).  |  NOEN, Foto: Magistrat

Mit Jahresbeginn wurde Waidhofen wieder in die NÖ Stadterneuerung aufgenommen und bekommt damit in den nächsten vier Jahren Projekte zur nachhaltigen Entwicklung von Landesseite gefördert. Voraussetzung dafür war die Erstellung eines Stadterneuerungskonzeptes. Dieses liegt nun vor. Es umfasst 30 Seiten und wurde in der letzten Gemeinderatssitzung von den Waidhofner Mandataren einstimmig beschlossen.

„Das Stadterneuerungskonzept ist ein wesentlicher Baustein in unserem Programm für die nächsten Jahre“, sagt Bürgermeister Werner Krammer. „In dem Leitbild enthalten ist auch unsere Vision für die Stadt bis ins Jahr 2030.“ Zentraler Bestandteil dieser Vision ist das Ziel, hinsichtlich der Bevölkerungszahl zu wachsen, und zwar bis zum Jahr 2030 um satte zehn Prozent. Derzeit verzeichnet man in Waidhofen 11.306 Hauptwohnsitzer, 2030 sollen es 12.500 sein. „Das ist ein durchaus ehrgeiziges Ziel“, sagt Krammer. „Aber wenn wir unsere Lebensqualität halten wollen, müssen wir aufgrund der demografischen Entwicklung einfach wachsen.“

Arbeitsplätze bis 2030 um fünf Prozent erhöhen

Der Stadtchef spricht damit die Ertragsanteile an, die Steuermittel des Bundes, die nach der Zahl der Hauptwohnsitze auf die Gemeinden verteilt werden. Krammer verweist darauf, dass man bei der Bevölkerungsentwicklung der vergangenen Jahre in Waidhofen einen leichten Rückgang von minus zwei Prozent verzeichne. Viel dramatischer sei aber die Entwicklung der Geburtenzahlen. Dabei ergebe sich im gleichen Zeitraum für Waidhofen ein Rückgang um rund ein Drittel. „Das bedeutet, dass ein gleichbleibender Bevölkerungsstand aus eigener Kraft gar nicht mehr zu schaffen ist“, sagt Krammer. „Ohne Zuzug geht es nicht.“

Als weitere Ziele, um Waidhofen zu einer prosperierenden Stadt zu machen, möchte man auch in den Segmenten Arbeiten und Gästeaufkommen ein Wachstum erzielen. So soll die Zahl der Arbeitsplätze bis 2030 um fünf Prozent auf 6.300 und die Zahl der Handelsflächen in der Innenstadt, ohne die Gastronomie, von 45 Prozent (2013) auf 50 Prozent der gesamten Handelsflächen Waidhofens erhöht werden.

Die Bettenauslastung im Tourismus soll um 15 Prozent erhöht und die Zahl der Ausflugsgäste um 25 Prozent gesteigert werden. Für die Erarbeitung des Stadterneuerungskonzeptes wurden sieben Daseinsfunktionen festgelegt, welche die Bedürfnisse und Anforderungen der Menschen an ihren Lebensraum definieren. Dies sind die Bereiche Wohnen, Bildung, Kommunikation, Arbeit, Versorgung und Erholung. Auch die Mobilität gehöre da dazu, so Krammer, aber mehr aus einer Notwendigkeit heraus.

Ziele 2030 erreichen

„Wir sind vor allem eine Bildungsstadt“, so der Bürgermeister. „Der daraus resultierenden Grundfrequenz muss man sich bewusst sein.“ Mit dem Krankenhaus, dem Buchenbergheim, dem Landespflegeheim und rund 43 niedergelassenen Ärzten sei Waidhofen aber auch eine Gesundheitsstadt.

„Daneben sind wir aber auch eine Stadt mit sozialer Verantwortung, ein kommunikativer Treffpunkt, eine Einkaufsstadt und eine Stadt mit intelligentem Verkehr – leben voller Möglichkeiten eben“, so Krammer und kommt damit auf die Markenentwicklung der Stadt zu sprechen. „Die Marke ist ein wesentliches Vehikel, um unsere Ziele für 2030 zu erreichen. Auch die Stadterneuerung ist davon ein wesentlicher Teil. Das greift alles ineinander.“

Bürger in Erstellung eng eingebunden

Die Erstellung des Stadterneuerungskonzeptes für Waidhofen erfolgte unter reger Bürgerbeteiligung. Dabei wurden mit den Gebieten Zell, Innenstadt und der „Achse Citybahn“ sowie den Themenkreisen Mobilität und Miteinander fünf Schwerpunktfelder definiert, mit denen sich nun fünf Arbeitskreise auseinandersetzen müssen. In ihnen sollen Projekte erarbeitet werden, die in den nächsten Jahren abgearbeitet werden sollen.

„Das Stadterneuerungskonzept wird sicher nicht in einer Schublade verschwinden“, so Bürgermeister Krammer. „Es soll ein Instrument sein, das immer wieder als Handlungsleitfaden für den Gemeinderat herangezogen wird.“

Auch SPÖ-Vizebürgermeister Martin Reifecker steht hinter dem Konzept: „Es ist eine sehr gute Arbeit, die vorliegt, aber nichts davon ist in Stein gemeißelt. Dieses Leitbild muss gehegt, gepflegt und weiterentwickelt werden.“