Erstellt am 13. Januar 2016, 05:43

von Andreas Kössl

Politstreit um Sportpreis. Sozialdemokraten haben Einwände gegen Sportlerehrung der Stadt beim von der Sportunion organisierten „Ball des Sports“. WVP und UWG halten dagegen.

WAIDHOFEN | Der Ball des Sports der Sportunion findet heuer am Samstag, 16. Jänner, 20 Uhr, im Kristallsaal des Rothschildschlosses statt.  |  NOEN, Foto: Sportunion
Am kommenden Samstag, 16. Jänner, geht der traditionelle „Ball des Sports“ der Sportunion Waidhofen im Kristallsaal des Rothschildschlosses über die Bühne. Erstmals wird heuer in diesem Rahmen auch der Sportpreis der Stadt übergeben.

Dieser geht heuer an Norbert Dürauer, der sowohl im Duathlon als auch im Triathlon erfolgreich ist. Das wurde im November vom Waidhofner Stadtsenat einstimmig beschlossen. Dotiert ist der Preis mit 300 Euro. Neben dem Sportpreis werden noch mehrere Anerkennungspreise für bemerkenswerte sportliche Leistungen vergeben.

Dass der Sportpreis heuer in diesem Rahmen vergeben wird, stößt der SPÖ sauer auf. Es sei unwürdig, eine Ehrung der Stadt im Rahmen einer Vereinsveranstaltung durchzuführen, tut SPÖ-Sportsprecher Erich Leonhartsberger seinen Unmut kund. „Wir ehren den Kulturpreisträger ja auch nicht beim Neujahrskonzert oder während eines sonntäglichen Konviktgartenkonzerts.“

Zusammenführung aller Ehrungen zu einer Veranstaltung?

Der Neujahrsempfang etwa wäre ein wesentlich besserer Rahmen für die Verleihung gewesen, findet Leonhartsberger, wobei er auch den Neujahrsempfang in Frage stellt. Aufgrund seiner Kosten und angesichts eines Abgangs von 2,16 Mio. Euro im Stadthaushalt wäre es besser, man lege alle Ehrungen eines Jahres zu einer durch die Stadt durchgeführten Veranstaltung zusammen, so der SPÖ-Mandatar.

„Dies hätte den notwendigen Kosteneffekt und würde die Vielfältigkeit der zu Ehrenden in Waidhofen aus Sport, Kultur und großartigem Freiwilligenengagement klar unterstreichen. Eine halbherzige, mitternächtliche Ehrung, gekoppelt mit einem Eintrittspreis von 16 Euro, halte ich für die denkbar schlechteste Variante.“ Als Konsequenz will Leonhartsberger, der sich als „langjähriger und treuer Besucher des Unionballs“ bezeichnet, ein Zeichen setzen und der Veranstaltung heuer fern bleiben.

SPÖ-Vizebürgermeister Martin Reifecker stellt klar, dass dies keine Kritik an der Sportunion sei. „Eine Ehrung der Stadt sollte aber auch durch die Stadt organisiert werden“, so der SP-Vize und plädiert ebenfalls für eine Zusammenführung aller Ehrungen zu einer Veranstaltung.

Sportstadtrat: Würdiger Rahmen für Ehrung

Ausgegangen ist die Idee, den Sportpreis heuer beim „Ball des Sports“ zu vergeben von Sportstadtrat Friedrich Rechberger. „Wir wollten ein Zeichen setzen und dem Sport den Stellenwert geben, der ihm zusteht“, sagt dieser. Bisher fand die Vergabe des Sportpreises nämlich lediglich im kleineren Kreis statt.

Mit dem „Ball des Sports“ habe man nun einen „würdigen Rahmen“ für diese Ehrung gefunden, so Rechberger. Die SPÖ-Kritik hält er für „einen Wahnsinn“. Er ortet politische Gründe. Schließlich gilt die Sportunion seit jeher als ÖVP-nah, im Gegensatz dazu war der ASKÖ lange Zeit eine Nebenorganisation der Sozialdemokratie. „Die SPÖ trennt in Rot und Schwarz, ich jedoch sehe das vollkommen unpolitisch“, sagt Rechberger. „Auch den Sportlern ist das komplett egal.

Viele Unionler fahren beim ASKÖ Rad und umgekehrt spielen viele ASKÖler bei der Union Tennis. Sport soll schließlich verbinden und nicht trennen.“ Auch ÖVP-Bürgermeister Werner Krammer kann den SPÖ-Einwand nicht nachvollziehen. „Den Sportpreis beim ‚Ball des Sports‘ zu vergeben, ist eine gute Idee. Dass man hier nach Vereinen differenziert, verstehe ich nicht. Sport ist überparteilich.“