Erstellt am 20. April 2016, 05:04

von Andreas Kössl

Problem hausgemacht. Stadtchef diskutierte Verkehrsproblematik auf der Zell und präsentierte Ergebnis der Verkehrszählung vom Jänner.

Bürgermeister Werner Krammer präsentierte mehrere Einbahnvarianten, um sie sodann zu verwerfen. Der Verkehr lasse sich nicht umlenken.  |  NOEN, Kössl

In den Plenkersaal lud Bürgermeister Werner Krammer am Montagabend die Bewohner der Zell, um die Verkehrsproblematik im Ortsteil zu diskutieren. Dabei wurden die Ergebnisse der Verkehrszählung präsentiert, die die Stadt im Jänner durchgeführt hatte, um zu eruieren, ob das hohe Verkehrsaufkommen auf der Zell vom Durchzugs- oder vom Quell- bzw. Zielverkehr herrührt.

Das Ergebnis: Das hohe Verkehrsaufkommen ist hausgemacht. „Es gibt keinen Durchzugsverkehr“, so Krammer. „Das sind wir, die da fahren.“ Einbahnlösungen zur Verkehrsreduktion lehnen sowohl der Stadtchef als auch Verkehrsstadtrat Alfred Beyer ab. Das würde den Verkehr nur verlagern, ist man sich einig.

Umlenken lasse sich der Verkehr nicht, lautete das Resümee. Lediglich geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen seien möglich. In einem ersten Schritt möchte man dabei auf Bewusstseinsbildung etwa durch Geschwindigkeitsanzeigen setzen, in einem weiteren Schritt auf Tempokontrollen und, damit verbunden, auf Strafen. An Schlüsselstellen, wie vor der Volksschule oder beim Gasthaus Lewald, wird Tempo 20 angeregt.

Emotional geführte Verkehrsdiskussion

Die anschließende Diskussion verlief durchaus emotional. Das Anbringen von Schwellen wurde dabei ebenso thematisiert wie eine Begegnungszone oder eine generelle Rechtsregel auf der Zell. Auch radikalere Ideen, wie die Anbringung eines Pollers beim Gasthaus Lewald, um die Durchfahrt zu verhindern, kamen auf. Letztlich gehe es aber darum, umzudenken und bei stadtnahen Wegen, so gut es geht, auf das Auto zu verzichten, waren sich die Stadträte Beyer und Franz Sommer einig.

Als Antwort auf geäußerte Sicherheitsbedenken meinte Bürgermeister Krammer, Fußgänger und Radfahrer sollten die Schmiedestraße eher den Autos überlassen und die Straßenzüge dahinter als sicheren Weg in die Stadt nutzen. Das wollte Christoph Böck, der in der Stadterneuerung für die Zell zuständig ist, nicht gelten lassen. Der Fuß- und Radverkehr müsste Priorität haben, so Böck, die Nutzung des Autos solle dagegen unattraktiver gemacht werden.