Erstellt am 24. März 2016, 05:34

von Leo Lugmayr

Weiden doppelt genützt. Forstschüler säuberten Rückhaltebecken im Reingrubergraben und pflanzten die autochthonen Silberweiden als Erosionsschutz.

Die Schüler der Waidhofner Forstfachschule realisierten im Waidhofner Reingrubergraben ein außergewöhnliches ÖKOLOG-Projekt, bei dem das Retentionsbecken ingenieurbiologisch bearbeitet wurde.  |  NOEN, Leo Lugmayr

Die Anrainer erinnern sich mit Schrecken daran: Im Jahr 2006 hatte ein Hochwasser den Reingrubergraben im Ortsteil Zell heimgesucht und Muren ausgelöst. Die Schäden waren enorm. Die Stadt und die Abteilung Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) errichteten in der Folge um 1,1 Millionen Euro ein Wasserrückhaltebecken mit 5.000 Kubikmetern Fassungsvermögen und vorgelagert ein Geschiebe-Retentionsbecken mit weiteren 500 Kubikmetern Volumen.

„In den vergangenen zehn Jahren sind im Staubecken Weiden angewachsen, während an den Hängen die Vegetation zum Teil ausgefallen ist“, sagt Eduard Kotzmaier, Gebietsbauleiter der WLV NÖ West. Die Weiden erhöhten einerseits im Falle von Starkregen die Gefahr der Verklausung, und andererseits traten an den Hängen Erosion auf.

Schüler ersparen aufwendigen Arbeitseinsatz

„Also haben wir gemeinsam ein Projekt geschnürt, bei dem unsere Schüler die Weiden abholzten und diese als Stecklinge an den Hängen einpflanzten“, sagt Forstfachschuldirektor Klaus Schachenhofer. Damit wurden die Abflusshindernisse beseitigt und gleichzeitig ökologisch perfekt die Hänge durch autochthone am Fundort vorkommende Silberweiden stabilisiert.

Mit der wissenschaftlichen Betreuung durch das ökologische Schulnetzwerk ÖKOLOG und den Praktikanten Martin Eisl, der das Projekt zum Thema einer Diplomarbeit macht, steht das Projekt auf soliden Beinen. Vizebürgermeister Mario Wührer: „Wir sind dankbar, weil die Schüler uns einen aufwendigen Arbeitseinsatz ersparen.“