Waidhofen an der Ybbs

Erstellt am 07. Dezember 2016, 05:57

von Andreas Kössl

Stadt mit Glasfaseranschluss am Daten-Highway. Zwei Breitband-Ausbaugebiete gibt es in Waidhofen. Nur, wenn bis Ende 2016 bzw. Ende Jänner 2017 40 Prozent der Haushalte bestellen, wird das Projekt realisiert.

Das Waidhofner Breitband-Ausbaugebiet: Alle Liegenschaften im orange markierten Bereich fallen in das Zuständigkeitsgebiet der kabelplus. Alle anderen Bereiche werden von der nöGIG ausgebaut.  |  Bischof

Das Ybbstal ist Pilotregion für den Breitbandausbau. Bis 2018 soll das Gebiet flächendeckend mit einem mehr als 100 Mbit/s schnellen Glasfaserinternet versorgt werden.

Im Zuge dieser Breitbandoffensive des Landes NÖ haben die Bürger der Ybbstalgemeinden nun die Möglichkeit, kostengünstig einen ultraschnellen Glasfaseranschluss zu bekommen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich in den jeweiligen Gemeinden bis Jahresende 40 Prozent der Haushalte dafür entscheiden. Nur dann wird das Vorhaben in der jeweiligen Gemeinde auch umgesetzt.

In vielen Gemeinden werden  Sprechstunden angeboten

Bei Infoabenden wurde zuletzt versucht, die Bürger von der Wichtigkeit dieses Projekts für die Zukunft der Region zu überzeugen. Derzeit werden in vielen Gemeinden Sprechstunden angeboten. Auch Hausbesuche werden gemacht, um die Bürger über einen Glasfaseranschluss zu informieren.

In der Stadt Waidhofen gibt es zwei verschiedene Ausbaugebiete für die Breitbandversorgung. Für das eine ist die nöGIG, die Niederösterreichische Glasfaserinfrastruktur GmbH, eine Hundertprozenttochter der Landeswirtschaftsagentur ecoplus, zuständig, für das andere das Unternehmen kabelplus. Die Bewohner beider Gebiete müssen jeweils unterschiedliche Infrastrukturbestellungsanträge abgeben. Die 40-Prozent-Hürde gilt pro Ausbaugebiet. Wenn sie nur in einem der beiden Gebiete erreicht wird, wird der Ausbau auch nur dort umgesetzt.

In das Ausbaugebiet der nöGIG fällt in Waidhofen der gesamte ländliche Raum mit den Katastralgemeinden St. Georgen/Klaus, St. Leonhard/Walde, Windhag und Konradsheim sowie der Rabenberg. Wird die 40-Prozent-Hürde erreicht, so errichtet die nöGIG im gesamten Gebiet ein Glasfasernetz, das bis zu den Grundgrenzen aller Liegenschaften reicht.

Einmalige Chance für günstigen Anschluss

Für jene Haushalte, die sich bis Jahresende für einen Breitbandanschluss entscheiden, kostet dies einmalig 200 Euro (600 Euro ohne Dienst). Im 200-Euro-Paket wird der Internetdienst entweder vom Unternehmen Cosys oder vom Unternehmen Teletronic um monatlich maximal 36 Euro zur Verfügung gestellt. Einmalig sind noch 99 Euro für einen Router fällig.

Für die Verlegung der Leerverrohrung von der Grundgrenze bis zum Haus wird das Rohr zur Verfügung gestellt, um die Verlegung muss sich der Besitzer selbst kümmern. Zusätzlich müssen ein Hausanschluss-Kasten und eine sogenannte FTU-Platte installiert werden. Dafür gibt es eine Anleitung. Traut man sich das selbst jedoch nicht zu, sollte man einen Elektriker hinzuziehen. Die 200 Euro sind mit Baubeginn des Breitbandnetzes fällig. Mittels Brief bekommt man dann einen Termin zugewiesen, an dem das Glasfaserkabel in die Leerverrohrung eingeblasen wird.

Jene Haushalte, die sich erst nach Jahresende für einen Breitbandanschluss entscheiden, müssen mit 1.000 bis 1.500 Euro Anschlusskosten rechnen.

Unternehmen kabelplus als Partner gewonnen

Für die Umsetzung des Breitbandanschlusses im Großraum Innenstadt und der Zell konnte in Waidhofen das Unternehmen kabelplus als Partner gewonnen werden. In bestimmtem Ausmaß existiert eine hochwertige Internet-Infrastruktur in dem Gebiet bereits. Hier fallen keine 200 Euro an. Auch die Anschlussgebühren, die eigentlich 99 Euro ausmachen würden, entfallen. Kabelplus führt den Anschluss kostenlos durch. Angeboten werden vier verschiedene Pakete mit Geschwindigkeiten zwischen 30 und 250 Mbit/s, wobei das kleinste um 19,90 Euro pro Monat zu haben ist. Die Anmeldefrist läuft am 31. Jänner 2017 ab. Für Bewohner von Genossenschaftswohnungen gilt: Der Bewohner unterschreibt die Bestellung, wo-rauf kabelplus Kontakt mit der Genossenschaft aufnimmt. Ab Dezember 2017 sollen hier die ersten Anschlüsse aktiviert werden.

Die ersten Infoabende zum Glasfaserausbau in Waidhofen seien gut besucht gewesen, berichtet Bürgermeister Werner Krammer. „Glasfaser ist die zukunftsfähige Möglichkeit für ein leistungsfähiges Netz. Das sichert uns langfristig einen Standortvorteil“, so der Stadtchef. „Wir haben die einmalige Gelegenheit, Glasfaser für alle zu einem verhältnismäßig günstigen Preis zu bekommen. Das müssen wir nutzen.“

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