Erstellt am 08. September 2015, 05:22

von Andreas Kössl

Was kostet die Marke?. SPÖ möchte vom Bürgermeister wissen, wie viel der Stadt ihre Markenentwicklung bisher gekostet hat und noch kosten wird. Stadtchef: Antwort in nächster Gemeinderatssitzung.

WVP-Bürgermeister Werner Krammer verweist auf gültige Beschlüsse.  |  NOEN, Magistrat

Im Jahr 2012 fasste man in Waidhofen den Entschluss, das Leitbild der Stadt hinsichtlich Kultur, Tourismus, Wirtschaft und Wohnen zu überarbeiten und leitete einen breit angelegten Markenentwicklungsprozess ein. Gemeinsam mit dem Markenbüro Weiss, der Waidhofner Agentur Kommpott und der Mostviertel Tourismus GmbH ging man ans Werk, um Waidhofen ganzheitlich neu zu positionieren.

„So klingt das Leben“, hieß ein erster Claim, der 2013 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. 2014 holte man dann Josef Lueger als Leiter der Stabstelle Standortentwicklung mit ins Boot, um Ende des Jahres schließlich den Werbeslogan „... leben voller Möglichkeiten“ zu präsentieren, der im neuen, „siebengesichtigen“ Logo, kreiert von den Firmen Grafik und Media Christian Stummer aus Waidhofen und Typejockeys aus Wien, visualisiert werden sollte. Die SPÖ möchte nun wissen, was der Stadt diese Markenentwicklung bis dato gekostet hat und mit welchen Kosten noch zu rechnen ist. Aus diesem Grund hat bei der letzten Gemeinderatssitzung Anfang Juli eine diesbezügliche Anfrage an den Bürgermeister gestellt.

Geld fehlt für andere Dinge

„Die Waidhofner Bürger sollen wissen, wie viel ein Logo und ein Katalog zur Corporate Identity kosten“, heißt es in einer Aussendung der Sozialdemokraten. Eine Antwort auf die gestellten Fragen erwartet man sich in der September-Sitzung des Waidhofner Gemeinderats. Mit der Anfrage möchte man aufzeigen, dass die Stadt viel Geld in diesen Markenentwicklungsprozess gesteckt habe, während für andere Dinge kein Geld da sei, so SPÖ-Vizebürgermeister Martin Reifecker und verweist auf den von der SPÖ geforderten Kuppelabtrag in der Berghofstraße. „Wie allgemein bekannt, hat die Waidhofner Volkspartei mit Juniorpartner UWG die Abtragung der Kuppe Berghofstraße aus Kostengründen abgelehnt“, so Reifecker. Gleichzeitig gebe man für die Markenentwicklung sehr viel Geld aus.

SPÖ verweigert Budget-Zustimmung

Dass Bürgermeister WernerKrammer bei der letzten Gemeinderatssitzung im Zuge der Kuppeldiskussion die SPÖ-Ablehnung des Budgetvoranschlags für 2015 kritisiert hatte, stößt Reifecker sauer auf. Der Bürgermeister habe dabei sinngemäß erklärt, dass die SPÖ beim Jahresvoranschlag zustimmen müsse, damit ihre Forderungen umgesetzt würden, so Reifecker. „Wir haben und hatten gute Gründe, den Voranschlag abzulehnen. Wenn ich des Bürgermeisters Logik folge, dürften wir keinem einzigen Gemeinderatspunkt 2015 zustimmen, da wir auch das Budget abgelehnt haben. Fakt ist aber, dass wir nur Teile des Budgets abgelehnt haben. Diese wiegen aber so schwer, dass wir dem gesamten Budget unsere Zustimmung verweigert haben.“

Nicht weiter kommentieren wollte Bürgermeister Krammer die Vorwürfe der SPÖ. Er werde die Anfrage der Sozialdemokraten in der September-Sitzung beantworten. Grundsätzlich seien aber alle Beschlüsse zur Markenentwicklung von Gemeinderat oder Stadtsenat abgesegnet worden.