Erstellt am 18. Mai 2017, 04:00

von Andreas Kössl

Besuch aus dem Libanon beim World Fair Trade Day. Zwei Vertreter von Fair Trade Libanon zu Gast im Weltladen Waidhofen. Austausch mit Integrationsstadträtin Cmolik.

Integrationsstadträtin Beatrix Cmolik (l.) nutzte den Besuch zu einem Exklusivgespräch. Am Bild mit Birgit Calixt von der Fair-Trade-Importorganisation EZA, Laurette Gerges, Joe Abi Harb, Elisabeth Schauppenlehner, Anna Hochpöchler und Hermann Wagner (v.l.).  |  Kössl

Wie kein anderes Land im Nahen Osten ist der Libanon von der aktuellen Flüchtlingsbewegung betroffen: Auf 4,5 Millionen Staatsbürger kommen gegenwärtig rund zwei Mio. syrische und etwa 800.000 palästinensische Flüchtlinge.

Über Flüchtlingsarbeit informiert

Anlässlich des World Fair Trade Days 2017 besuchten mit Joe Abi Harb und Laurette Gerges zwei Vertreter von Fair Trade Libanon am vergangenen Freitag den Weltladen Waidhofen, um über ihre Flüchtlingsarbeit in den Fair-Trade-Kooperativen zu berichten.

Bereits am Nachmittag erfolgte vor dem Weltladen ein interessanter Austausch mit Integrationsstadträtin Beatrix Cmolik. Cmolik gab den Gästen einen Einblick in die vielfältigen Integrationsbemühungen der Stadt, wie der Einrichtung einer Integrationsstelle am Magistrat, der Vermittlung von Sprachkursen oder dem Patenschaftsmodell für Flüchtlinge.

Abendveranstaltung in der HAK

Im Gegenzug schilderte Joe Abi Harb aus der Logistikabteilung von Fair Trade Libanon, wie es nach dem Ende des Bürgerkriegs im Jahr 1990 durch die Schaffung landwirtschaftlicher Fair-Trade-Kooperativen gelungen ist, neue Existenzperspektiven für die Bevölkerung zu schaffen und die Landflucht einzudämmen. Laurette Gerges wiederum erzählte, wie in ihrer kleinen Frauenkooperative Fourzol nahe der syrischen Grenze libanesische Frauen und syrische Flüchtlingsfrauen gemeinsam in der Produktion traditioneller Lebensmittel geschult werden.

Bei der Abendveranstaltung in der Aula der HAK konnte Weltladenobmann Hermann Wagner dann rund 40 Gäste begrüßen, darunter auch syrische Asylwerber, die sich über den Kontakt mit einem arabischen Native Speaker sichtlich freuten.