Erstellt am 10. Februar 2016, 04:08

von Andreas Kössl

Cowboy ohne Handbremse. Ian Fisher und Band begeisterten in Weyer mit Country zwischen Wehmut und Ausgelassenheit. Bernhard Eder sprang ein.

Ian Fisher verzauberte mit einem mitreißenden Konzert den Bertholdsaal in Weyer.  |  NOEN, Foto: Kössl

„Nero“ nennt sich das eben erschienene neue Album von Ian Fisher. Der Mann aus Missouri, der nach längerer Station in Berlin nun in Wien lebt, hat darauf zehn erlesene Songs zwischen Country und Folk versammelt. Die Wehmut regiert. Zur meist gezupften Akustikgitarre singt Fisher von Liebe und Rastlosigkeit, während die Pedal-Steel verhalten greint und das Klavier zarte Tupfer setzt.

Am Samstag war Ian Fisher im Bertholdsaal Weyer zu Gast. Dort kennt man ihn gut vom Musiker-Kollektiv Nowhere Train. Deren Singalong „Nothing“ setzte er mit seiner vierköpigen Band dann auch als Schlusspunkt eines mitreißenden Konzerts, bei dem die Lieder der aktuellen Platte wie auch älteres Material nicht selten ohne angezogene Handbremse interpretiert wurden.

Überraschung im Vorprogramm

Fisher griff zur Elektrischen, Keyboarder Ryan Thomas Carpenter haute in die Tasten und Ollie Samland ließ die Pedal-Steel ordentlich jaulen. Schließlich will ein Cowboy nicht immer nur in sein Bier weinen, sondern auch mal ordentlich die Sau raus lassen.

Eine schöne Überraschung ergab sich im Vorprogramm. Da Alma Church Choir aus Krankheitsgründen absagen mussten, sprang kurzerhand Singer-Songwriter Bernhard Eder, der sich als Zuschauer im Bertholdsaal befand, in die Bresche. Eder verzauberte mit seinen ebenso wunderschönen wie todtraurigen Liedern, die er zwar alleine auf der Akustischen darbrachte, aber mittels Loop-Maschine zu einem vielstimmigen Chor hochschraubte.