Waidhofen an der Ybbs

Erstellt am 08. September 2016, 05:18

von Leo Lugmayr

Kritische Diskussion in Waidhofen. Gertrude Tumpel-Gugerell referierte zu den Themen EU und Euro. Es folgte eine rege und kontroversielle Diskussion.

Raiffeisen-Direktor Johann Galbavy merkte kritisch an, dass die Bankenaufsicht seitens der Zentralbanken für Groß- und Regionalbanken undifferenziert gleich ist.  |  Lugmayr

Den Auftakt zur heurigen Vortragsserie „Wirtschaft 2050“ machte am Montag die internationale Finanzexpertin Gertrude Tumpel-Gugerell. Sie war nicht nur Vizegouverneurin der Österreichischen Nationalbank, sondern auch acht Jahre im Direktorium der Europäischen Zentralbank.

Auf Einladung einer Gruppe von Studenten referierte sie zum Thema „Europa, der Euro und die Krise. Was tun?“ Dass nur junge Männer und keine einzige Frau in dem inzwischen auf acht Personen angewachsenen Organisationsteam tätig sind, entlockte Bürgermeister Werner Krammer gleich zu Beginn einen Seitenhieb: „Wirtschaft 2050 ganz ohne Frauen ist undenkbar.“

Kritische Töne aus dem Publikum

Als Insiderin der europäischen Geldpolitik startete Tumpel-Gugerell mit einer historischen Replik auf die Entstehung der Europäischen Union und des Euro und stellte ihre Perspektiven zur Zukunft der Gemeinschaftswährung und der EU dar. Sie ging dabei auf die aktuelle Finanz- und Weltwirtschaftskrise ein.

In der folgenden einstündigen Diskussion kamen kritische Töne aus dem Publikum. So kritisierte etwa Raiffeisen-Direktor Johann Galbavy, dass Aufsichts- und Kontrollwerkzeuge für Großbanken und regionale Genossenschaftsinstitute etwa bei der Kreditvergabe zu wenig differenziert wären. Tumpel-Gugerell: „Ich werde die Anregung an die Leute in der Bankenaufsicht weitergeben.“