Ybbsitz

Erstellt am 14. Oktober 2016, 05:16

von Andreas Kössl

Alltagsradler: Umstieg aufs Fahrrad. Wie man 13 Kilometer außerhalb des Ortszentrums wohnend trotzdem auf das Auto verzichten kann, demonstriert die fünfköpfige Familie Aigenbauer.

Birgit und Martin Aigenbauer mit ihren drei Töchtern Akira, Nikita und Salomé nutzen für ihre Alltagswege nur mehr Fahrräder. Ein Tandem mit Anhänger (l.) und ein Liegetrike (r.) machen es möglich.  |  privat

Drei Jahre und neun Monate waren Birgit und Martin Aigenbauer mit dem Rad durch Asien unterwegs. Unzählige Höhenmeter und mehr als 40.000 Kilometer legte das Paar dabei zurück. Von dieser Reise berichteten die beiden im Februar im bis zum letzten Platz gefüllten Ybbsitzer Pfadfinderheim. Am Donnerstag, 20. Oktober, sind die beiden Radenthusiasten mit ihrem Vortrag um 19.30 Uhr im Plenkersaal Waidhofen zu Gast.

Seit ihrer abenteuerlichen Radreise durch Asien sind nun sieben Jahre vergangen. In dieser Zeit ist das Paar – das mittlerweile drei Kinder im Alter von sieben, fünf und eineinhalb Jahren hat – von St. Valentin nach Ybbsitz gezogen, um sich in der Nähe von Maria Seesal den Traum vom Eigenheim mitten in der Natur zu verwirklichen. Obwohl es von dort bis nach Ybbsitz rund 13 Kilometer sind, hat die Familie vor drei Monaten ihr Privatauto verkauft. Seitdem werden alle Alltagswege mit dem Fahrrad zurückgelegt.

Beruflich hat Martin Aigenbauer, der als Installateur tätig ist, zwar einen Firmenbus, seine Frau Birgit ist mit den drei Kindern aber mittlerweile nur noch mit dem Fahrrad unterwegs. Möglich macht dies ein Tandemfahrrad mit einem Anhänger. Das Kind, das am Tandem vorne sitzt, kann mittreten, muss aber nicht. Wollen alle beiden größeren Kinder treten, wird zwischen Rad und Anhänger noch ein Liegetrike montiert. Ein Elektromotor auf dem Fahrrad kann wahlweise zugeschaltet werden. „Damit sind wir bei kürzeren Distanzen wie etwa nach Ybbsitz nicht viel langsamer als mit dem Auto“, sagt Birgit Aigenbauer. Und Parkplatzprobleme würden sich erübrigen.

„Als Mutter von drei Kindern bleibt einem nicht viel Zeit für sportliche Freizeitaktivitäten“, sagt Aigenbauer. „Nun habe ich endlich Zeit zum Radeln. Durch unsere etwas abgelegene Wohnlage lege ich nun, ohne irgendwelche Radtouren zu machen, alleine mit Alltagsfahrten rund 150 bis 250 Kilometer in der Woche zurück.“

Radfahren bei jedem Wetter

Gefahren wird bei jedem Wetter. Gemäß dem Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ wird auch bei Wind und Regen in die Pedale getreten. Dadurch würden die Kinder auch bei schlechtem Wetter raus in die Natur kommen, ist die dreifache Mutter von den Vorteilen des Radfahrens überzeugt. „Ein weiterer großer Vorteil ist, dass die Kinder die Umgebung viel genauer wahrnehmen. Ihnen fallen Dinge auf, die man im Auto nicht sieht“, so Aigenbauer.

Die meisten Fahrten mit dem Spezialrad legt die Familie im Raum Ybbsitz oder Waidhofen zurück. Für weitere Distanzen benutzt man öffentliche Verkehrsmittel. Besonders den Kindern mache das großen Spaß, berichtet Aigenbauer.

Der nächste Besuch bei der Oma in St. Valentin soll mit dem Rad absolviert werden. „Noch mehr freuen sich die Kinder aber auf einen Besuch bei ihrer Tante“, sagt Birgit Aigenbauer. „Die wohnt in Finnland und soll in nächster Zeit auch mit dem Fahrrad besucht werden.“