Ybbsitz

Erstellt am 25. August 2016, 05:41

von Leo Lugmayr

„Sind für mich Schätze“. Nach dem Roman „Die Schütt – Eine Familiengeschichte aus dem Ybbstal“ legt Autor Bertl Sonnleitner nun einen Begleitband über die Industriellenfamilie Smrczka auf.

Der Ybbsitzer Autor und Historiker Bertl Sonnleitner hat sich sechs Jahre lang mit der Geschichte der Industriellenfamilie Smrczka auseinandergesetzt, die das Gut „Schütt“ unweit der Mündung der Kleinen in die Große Ybbs bewohnt hat. Am Bild zeigt er das Tagebuch von Maria Pohl, geb. Smrczka.  |  NOEN, L. Lugmayr

Spricht man den Ybbsitzer Autor und Historiker Bertl Sonnleitner auf die Geschichte der Familie Smrczka an, dann atmet er zuerst einmal kräftig durch. Man merkt, es ist ein unübersehbarer Berg an Wissen und Geschichten, an Episoden und Zusammenhängen, die sich vor dem geistigen Auge Sonnleitners auftun.

Sechs Jahre lang hat er sich mit einer unvergleichlichen Familiensaga auseinandergesetzt. Dabei haben die großzügige Zurverfügungstellung des historischen Materials durch die heute in alle Welt verstreuten Nachkommen der Familie, penible Forschungsarbeit, der Zufall und ein Quäntchen Forscherglück mitgespielt, dass zusätzlich zu einem 2012 erschienen biografisch-dokumentarischen Roman „Die Schütt – Eine Familiengeschichte aus dem Ybbstal“ nun ein Begleitband dazu vorliegt.

Im zweiten von Bertl Sonnleitner der Schütt gewidmeten Buch „Die Schütt – Eine Gesellschaft im Wandel“ tritt die romanhafte Form in den Hintergrund. „Es ist als Ergänzung gedacht und bietet dem Leser Gelegenheit, sich näher mit den ihm schon bekannten Personen, mit Inhalten aus deren Umfeld und mit Dingen, die bisher noch wenig oder gar keine Rolle spielten, zu beschäftigen“, erläutert Sonnleitner.

„Die Sache ist auf mich zu gekommen.“

Der 180 Seiten starke Begleitband umfasst sechs Biografien sowie den Abschnitt „Lebensspuren und Kulturgeschichte“. Darunter sind viele noch unveröffentlichte historische Aufnahmen, Testamente, Kostenauflistungen für die Einrichtung, für Hochzeiten sowie für Heiratsausstattungen, Kochrezepte aus der Schütt und Verweise auf Begegnungen mit prägenden Familien der Region“, sagt Sonnleitner. So habe die Familie Smrczka nicht nur mit herausragenden Persönlichkeiten wie Waidhofens Bürgermeister Plenker, Rothschilds Gutsverwalter Prasch oder Karl Hanaberger regen Kontakt gepflegt.

Auch vielsagende Hinweise auf den Umgang mit Personen aus dem Umfeld von Kaiser Franz Josef, Kronprinz Rudolf und Oberst Redl erscheinen in den Aufzeichnungen und Tagebüchern der Smrczkas. Hohe Militärs wie Heinrich, Arthur und Wladimir Giesl von Gieslingen – letzterer k.u.k. Gesandter in Belgrad und Überbringer des Ultimatums an Serbien – begegnen den Smrczkas auf der Schütt.

Ob Sonnleitner ein weiteres Werk über die Familie anstrebt? „Ich bin dankbar, dass ich das alles sichten, bearbeiten und schreiben durfte“, sagt er. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Material von dieser Qualität und in diesem Umfang zu einer anderen führenden Familie in der Region geben kann. Ich habe das auch gar nicht gesucht, sondern die Sache ist auf mich zu gekommen. Das sind für mich Schätze.“

Auch dem 2012 erschienen ersten Band „Die Schütt – Eine Familiengeschichte aus dem Ybbstal“ trug man mit einem Nachdruck von 300 Stück Rechnung. Öffentlich präsentiert wird das neue Werk am Freitag, 16. September, ab 19.45 Uhr im Festsaal des FeRRUMs.

Die Schütt

Wiederauflage des Romans „Die Schütt“ mit 300 Stück
Auflage des Begleitbands „Die Schütt – Eine Gesellschaft im Wandel“ mit 700 Stück
Herausgeber: FeRRUM Ybbsitz
Preise: einzeln jeweils 24,90 Euro, beide Bände 45 Euro