Erstellt am 11. November 2017, 05:00

von Markus Huebmer

Bewahren in neuer Form: ALMA erhielt Anerkennungspreis. ALMA präsentieren traditionelle Volksmusik in neuem Gewand. Dafür gab es einen Anerkennungspreis des Landes NÖ. Die Mitglieder der Formation sind auch im Ybbstal aktiv.

Evelyn Mair, Marie-Theres Stickler, Julia Lacherstorfer, Matteo Haitzmann und Marlene Lacherstorfer (v.l.) verknüpfen als ALMA Experimentierfreude mit Tradition und sind damit sehr erfolgreich.  |  Daliah Spiegel

Sie lassen aufhorchen, ohne zu übertönen. Die Volkskultur kommt vollends zu Geltung. Die Gruppe ALMA begann im Jahr 2011 Musik aus eigener Feder zu machen.

Davor hatten Marlene Lacherstorfer, Marie-Theres Stickler, Evelyn Mair, Julia Lacherstorfer und Matteo Haitzmann ihren eigenen Stil an der Universität gefestigt und bei unzähligen Seminaren und Workshops die Volkskultur kennengelernt. Einen Teil ihres Erfahrungsschatzes hat sich die fünfköpfige Band auch in Niederösterreich angeeignet.

Einmal im Jahr findet in der Unterleiten in Hollenstein eine Musikantenwoche statt. Gestrichen, gezupft und geblasen wird unter professioneller Anleitung. Innerhalb weniger Tage feilen die oft sehr jungen Musikanten an ihrem Repertoire.

Da geht es melodisch auf und ab. Jede Facette der persönlichen Vorstellung von Kunst kann ausprobiert werden. Sehr oft kommt man ohne Noten aus. Unter der Leitung professioneller Lehrender erreicht der musikalische Nachwuchs so seine Ziele. Kunst besteht aus Können und das erfordert bekanntlich Übung. In den vergangenen Jahren bereicherte das Dozententeam mit Marie-Theres Stickler auch ein Ensemblemitglied der Musikgruppe ALMA.

Preis für künstlerisches Schaffen

Musikalisch aufgetischt wird bei der Musikantenwoche Volksmusik. Diese können die kleinen Meister in ungezwungener Atmosphäre entdecken und sich an sie im kleinen Kreis herantasten. So haben sich auch die fünf Musiker von ALMA der Volksmusik genähert. Mit experimentierfreudigem Sinn und improvisatorischem Zugang ist die Band mittlerweile auch auf den Bühnen außerhalb des Alpenraums erfolgreich.

Am Freitagabend erhielten Marlene Lacherstorfer, Marie-Theres Stickler, Evelyn Mair, Julia Lacherstorfer und Matteo Haitzmann im Großen Festspielhaus in St. Pölten aus den Händen von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner einen Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich für ihr künstlerisches Schaffen. „Ein Preis ist der Ausdruck von Wertschätzung und darüber freuen wir uns natürlich. Insbesondere, wenn die Anerkennung von offizieller Seite kommt“, sagt Julia Lacherstorfer. Das dritte und jüngste Album von ALMA trägt den Titel „Oeo“, ein Wort das vom Jodeln kommt. „Das Jodeln ist eine universale Sprache in der Musik, vergleichbar mit Esperanto in der gesprochenen Sprache“, sagt Lacherstorfer.

Musikantenwoche und wellenklaenge Lunz/See

Interessant ist der Zugang des Quintetts: Denn Kunst zu schaffen, ist für sie nicht nur die Wiederholung oder Verfestigung althergebrachter Stücke und Musikrichtungen, vielmehr möchten ALMA den Kern der Volkskultur in neuer Form bewahren – sie nicht nach schnelllebigen Trends verfälschen oder bis zur Unkenntlichkeit verändern.

ALMA-Mitglied Marie-Theres Stickler ist seit nun zwei Jahren im Dozententeam der Musikantenwoche in der Unterleiten. Auch nächsten Sommer geht es wieder für eine Woche nach Hollenstein. Julia Lacherstorfer zieht es indes weiter nach Lunz/See, wo sie mit kommendem Jahr die Intendanz des wellenklaenge-Festivals innehaben wird.

Dazwischen zieht es ALMA wieder hinaus in die Welt, um auf einer Tournee ihr aktuelles Album zu präsentieren. Das nächste Album soll bereits kommendes Jahr erscheinen.

Raiffeisen-Obmann Erwin Hameseder (1.v.l.), Gastrednerin Bettina Hering (6.v.l.), Kultur.Region.NÖ-Geschäftsführer Edgar Niemeczek, Volkskultur-Geschäftsführerin Dorli Draxler und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (v.r.) gratulierten Marlene Lacherstorfer, Matteo Haitzmann, Julia Lacherstorfer, Evelyn Mair und Marie-Theres Stickler (v.l.) von der Band Alma.  |  Marschik, Marschik