Waidhofen an der Ybbs , Kematen an der Ybbs

Erstellt am 13. Juli 2016, 05:18

von Andreas Kössl

Kleinregion ist nun vollzählig. Gemeinde Kematen ist Kleinregion Ybbstal-Eisenstraße beigetreten. Regionsstrategie bis 2020 in Arbeit.

NÖ.Regional-Betreuerin Birgit Weichinger, Kleinregionssprecher Bürgermeister Werner Krammer und NÖ.Regional-Büroleiter Johannes Wischenbart (v.l.) hießen Kematens Bürgermeisterin Juliana Günther (2.v.l.) in ihrer Mitte willkommen.  |  Kössl

Die Kleinregion Ybbstal-Eisenstraße hat Zuwachs bekommen. Die Marktgemeinde Kematen ist mit Juli dieses Jahres Mitglied geworden. Somit umfasst die im Jahre 1993 gegründete Kleinregion Ybbstal nun zehn Gemeinden: Neben Kematen sind dies die Stadtgemeinde Waidhofen sowie die Gemeinden Allhartsberg, Sonntagberg, Ybbsitz, Opponitz, Hollenstein, St. Georgen/Reith, Göstling und Lunz am See.

Die Kleinregionen verstehen sich als Plattform, die eine rasche Abstimmung und einen Informationsaustausch zwischen Gemeinden und Land ermöglichen soll. Gemeinsam sollen gemeindeübergreifende Projekte zur Regionalentwicklung realisiert werden. Im Mostviertel gibt es insgesamt 13 Kleinregionen. Beraten werden sie von der NÖ.Regional.GmbH. Im Mostviertel laufen die Fäden bei Büroleiter Johannes Wischenbart in Öhling zusammen, für das Ybbstal ist Birgit Weichinger als Betreuerin zuständig. „Mit Kematen sind wir im Ybbstal nun komplett“, freut sich Weichinger. „Die Gemeinde ist schließlich das Tor zum Ybbstal.“

Bürgermeisterin Günther freut sich über Aufnahme

Anfang Juni wurde der Beitritt Kematens zur Kleinregion Ybbstal vom Gemeinderat einstimmig beschlossen. Ebenso einstimmig wurde die Aufnahme der Marktgemeinde in der Kleinregionssitzung Ende Juni gefällt. „Es ist ganz wesentlich, dass das Ybbstal zusammen arbeitet“, sagt Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer, der seit vergangenem Jahr Sprecher der Kleinregion ist. „Ziel ist es, in verschiedenen Bereichen zu kooperieren. Das reicht von Kooperationen im Verwaltungsbereich bis hin zum Tourismus.“

Auch Bürgermeisterin Juliana Günther freut sich über die Aufnahme. „Wenn man nichts unternimmt, bleibt die Gemeinde stehen“, ist Kematens Ortschefin überzeugt. Für die nächsten Jahre hat man sich in der Kleinregion viel vorgenommen. An einer Regionsstrategie für die Jahre 2016 bis 2020 wird gerade gearbeitet. Die Schwerpunkte liegen auf den Themen Raumentwicklung, Gesundheit und Soziales, Natur und Umwelt sowie Verwaltung und Bürgerservice.

Interkommunale Wohnprojekte

Zwei große Themen im Bereich Gesundheit und Soziales seien etwa die Bereiche Kleinkind- und Seniorenbetreuung, so Krammer. Die Nachfrage sei hier unbestritten. Aber auch das Thema Wohnen müsse man regional sehen. Waidhofens Stadtchef kann sich hier ähnlich wie beim Wirtschaftspark Ybbstal einen interkommunalen Zugang vorstellen. Die Gemeinden teilen sich die Aufschließungskosten, im Gegenzug werden auch die Einnahmen durch die Ertragsanteile aufgeteilt. „Für die Stadt Waidhofen ist wichtig, dass das Ybbstal lebt“, sagt Krammer. Ein Fachsymposium zum Thema „Wohnen im Ybbstal“ ist derzeit in Planung. Für Kematens Ortschefin Günther ist der lückenlose Anschluss des Ybbstalradwegs an den Donauradweg ein zentrales Projekt. Diese Anbindung gelte es zu forcieren.

Angedacht ist auch die Schaffung einer gemeindeübergreifenden Informationsplattform. „Es geht darum, die Vernetzung untereinander vorantreiben“, sagt Betreuerin Weichinger. Bis zu viermal im Jahr sollen sich die Bürgermeister und Amtsleiter der Kleinregion zu gemeinsamen Sitzungen einfinden. Dazu sollen auch Fachexperten eingeladen werden, die dann zu Themen wie Asylwerber oder Wohnen referieren und informieren.

Zur Umsetzung von Kleinregionsprojekten können auch Gelder aus dem LEADER-Programm der EU lukriert werden. Als Beispiel dafür nennt Krammer die ARGE Lehrbetriebe Ybbstal.

Kleinregion

Kleinregionen sind Plattformen zur Abstimmung regionaler Bedürfnisse und Angebote. Da kommunale Aufgaben gemeinsam oft sinnvoller und kosteneffizienter zu bewältigen sind, unterstützt das Land NÖ Kleinregionen.

Der thematische Rahmen für Kleinregionen umfasst acht Themenfelder: Identität & Marketing, Verwaltung & Bürgerservice, Technische Infrastruktur & Mobilität, Gesundheit & Soziales, Freizeit & Naherholung, Natur & Umwelt, Wirtschaft & Arbeitsmarkt, Raumentwicklung.

Die NÖ.Regional.GmbH serviciert Kleinregionen und berät sie bei jeglichen kleinregionalen Aufgabenstellungen, die sie zu bewältigen haben.

Kleinregion Ybbstal: Waidhofen/Ybbs, Kematen, Allhartsberg, Sonntagberg, Ybbsitz, Opponitz, Hollenstein, St. Georgen/Reith, Göstling, Lunz/See