Erstellt am 21. Januar 2016, 05:58

von Andreas Kössl

Flüchtlingskrise als zentrales Thema. Vier Kandidaten rittern um die Hofburg. Die regionale Politik stärkt ihrem jeweiligen Kandidaten den Rücken

Helmut Schagerl (SPÖ) ist überzeugt, dass Rudolf Hundstorfer der beste Kandidat ist.  |  NOEN, NÖN, Kindler

Seit Freitag steht auch der Präsidentschaftskandidat der SPÖ fest. Wenig überraschend schickt diese Sozialminister Rudolf Hundstorfer ins Rennen. Neben ihm bewerben sich noch ÖVP-Seniorenbundchef Andreas Khol, der ehemalige Grünen-Chef Alexander Van der Bellen sowie die ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofes Irmgard Griss um das höchste Amt im Staat. Die NÖN hat sich bei Politikern im Bezirk umgehört, wie sie die Lage einschätzen.

Als „sehr positiv“ wertet SPÖ-Landtagsabgeordneter Helmut Schagerl das Antreten von Sozialminister Hundstorfer um das Präsidentenamt. „Rudolf Hundstorfer kommt aus dem ÖGB. Er steht für ein soziales, arbeitnehmerfreundliches Österreich“, sagt Schagerl. Die derzeitige politische Situation werde von der Flüchtlingskrise überschattet, sagt der SPÖ-Mandatar.

Das Problem dabei sei, dass in der EU nicht miteinander agiert werde. „Ich bin zuversichtlich, dass sich ein Bundespräsident Hundstorfer für eine ausgeglichene Situation einsetzen wird. Als Verfechter der Sozialpartnerschaft ist er es gewohnt, Einvernehmen bzw. einen Kompromiss zwischen verschiedenen Seiten herzustellen.“

Kasser: Pröll-Absage gut für Niederösterreich

„Die ÖVP hat mit Andreas Khol einen hervorragenden Kandidaten mit langjähriger politischer Erfahrung für das Bundespräsidentenamt gefunden“, meint ÖVP-Bezirksparteiobmann Andreas Hanger. Er ist überzeugt davon, dass der ehemalige Nationalratspräsident gute Chancen auf das höchste Amt im Staate hat.

Auch für den Ybbsitzer VP-Nationalratsabgeordneten ist die Flüchtlingskrise die derzeit brennendste politische Frage. Khol habe dabei als einziger Kandidat eine adäquate Antwort, indem er sich klar für Obergrenzen bei Flüchtlingen ausspreche. „Österreich hat eine lange Tradition in Sachen Flüchtlingshilfe. Das ist auch wichtig. Aber Österreich hat auch eine Verantwortung der eigenen Bevölkerung gegenüber. Das hat Khol ganz klar gesagt.“

„Der Start von Andreas Khol wurde noch von der Nichtkandidatur von Landeshauptmann Erwin Pröll überlagert“, sagt ÖVP-Landtagsabgeordneter Anton Kasser. „Dennoch hat er den Start gut erwischt. Ich bin überzeugt, dass er gute Chancen auf das Bundespräsidentenamt hat.“ Das Nichtantreten von Pröll wertet Kasser als „eine gute Entscheidung für Niederösterreich“.

„Andreas Khol ist ein erfahrener Politiker mit klaren Vorstellungen“, sagt Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer (WVP). „Sein privates Umfeld zeugt durchaus von liberaler Haltung, was mir gut gefällt.“