Erstellt am 23. April 2017, 04:00

von Andreas Kössl

Ybbstalradweg: Eröffnung am 17. Juni. Feierlichkeiten in Opponitz mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner in Planung. Letzte Sicherungs- und Asphaltierungsarbeiten laufen, Rastplätze werden gestaltet.

Landtagsabgeordneter Helmut Schagerl, Bürgermeister Martin Ploderer, Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger und Bürgermeister Johann Lueger (v.l.) empfehlen „Flussradeln im Mostviertel“.  |  www.eisenstrasse.info

Die Bauarbeiten am 55 Kilometer langen, zu großen Teilen auf der ehemaligen Bahntrasse der Ybbstalbahn geführten Ybbstalradweg zwischen Waidhofen und Lunz am See biegen in die Zielgerade.

Am Samstag, 17. Juni, soll der Radweg um 14 Uhr mit einem großen Fest von der neuen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner in Opponitz eröffnet werden. Schon am Vormittag wird in den anderen Ybbstalgemeinden ein buntes Rahmenprogramm über die Bühne gehen. Von dort aus sollen die Besucher dann bei einer Sternfahrt zur Eröffnung nach Opponitz radeln.

„Ein Organisationskomitee arbeitet bereits seit einigen Wochen auf Hochtouren, damit es ein besonderes Fest für ein ganz besonderes Projekt wird“, so die Spitzen des Gemeindeverbands Ybbstalradweg, Bürgermeister Martin Ploderer (Lunz am See) und Landtagsabgeordneter Bürgermeister Helmut Schagerl (St. Georgen/Reith). Den Festreigen in Opponitz koordiniert Bürgermeister Johann Lueger mit Unterstützung des Teams der Eisenstraße NÖ.

Felssicherungen und letzte Asphaltierungen

Bereits seit Herbst 2015 ist das erste Teilstück des Ybbstalradwegs zwischen Lunz am See und St. Georgen/Reith in Betrieb. Eine durchgehende Befahrung des Ybbstalradwegs ist vor dem 17. Juni jedoch nicht möglich, da an einzelnen Stellen immer wieder Bauarbeiten durchgeführt werden müssen. So finden derzeit noch Felssicherungsarbeiten entlang der Strecke statt. „Danach ist dieser Radweg zu 100 Prozent gesichert“, sagt der Obmann-Stellvertreter des Radwegvereins Helmut Schagerl.

Der letzte Feinschliff findet gerade auf dem Abschnitt zwischen St. Georgen/Reith und Hollenstein statt. Die Bauarbeiten seien hier so gut wie fertig, so Schagerl. Da aber verkehrsrechtliche Überprüfungen stellenweise noch ausständig sind, sei dieser Teil noch gesperrt.

Bauarbeiten bis Ende Mai abgeschlossen

Emsig gebaut wird derzeit zwischen Opponitz und Hollenstein. In etwa 14 Tagen sollen hier die Asphaltierungsarbeiten starten. In der Endphase befinden sich die Arbeiten bereits im Gemeindegebiet von Opponitz. Die Eisenbahnbrücke ist derzeit eingerüstet und wird gegen Rost behandelt. Im ehemaligen Eisenbahntunnel wird die Beleuchtung installiert. Zwischen Gstadt und Opponitz soll der noch offene kurze Abschnitt beim Bauernhaus Furth nach Ostern asphaltiert werden.

Darüber hinaus würden noch einige Kleinigkeiten im Bereich des Brückenbaus anstehen, sagt Schagerl. Er ist aber zuversichtlich, dass alle Bauarbeiten bis spätestens Ende Mai abgeschlossen werden können. Bis zur Eröffnung sollen dann auch die Rast- und Inszenierungsplätze entlang der Strecke installiert sein. Die Entscheidung darüber, wie viele Liegen, Sitzgelegenheiten oder Grillplätze wo realisiert werden, liegt bei den jeweiligen Gemeinden.

Sie werden letztlich auch für die Erhaltung des Ybbstalradwegs zuständig sein. Bei gewissen „Schlüsselbauwerken“, wie etwa dem Opponitzer Tunnel, solle die Erhaltung jedoch gemeinsam mit dem Land NÖ erfolgen, sagt Schagerl.

Wintersperre zwischen 31.10. und 15.4.

Fest steht, dass der Radweg – unabhängig von der Witterung – zwischen 31. Oktober und 15. April gesperrt wird. „Wir haben die Auflage, vor der Inbetriebnahme des Radwegs im Frühjahr die gesamte Strecke zu überprüfen und gegebenenfalls Maßnahmen, etwa aufgrund von möglichen Frostaufbrüchen, setzen zu müssen“, so der Obmannstellvertreter des Radwegvereins.

Kurz vor dem Abschluss stehen auch die Vermarktungs- und Angebotsentwicklungsmaßnahmen für den Ybbstalradweg. Die Broschüre „Flussradeln im Mostviertel – Ybbstalradweg, Ötscherland-Radroute und Meridian-Radroute“ wurde Anfang April beim Argus Bike Festival in Wien präsentiert. Der Folder, der in den Tourismusbüros der Gemeinden aufliegt, enthält eine Karte des gesamten Mostviertler Radwegenetzes mit Verweisen auf das touristische Angebot entlang der Strecken.

30 radfreundliche Betriebe

Entlang des Ybbstalradwegs wurde ein Netz aus 30 radfreundlichen Betrieben aufgebaut. Die einheitliche Beschilderung soll bis zur Eröffnung fertiggestellt werden. Neu beschildert wird dabei auch jener Teil des Ybbstalradwegs zwischen Ybbs, Amstetten und Waidhofen, der als Zubringer zum 55 Kilometer langen Herzstück im Oberen Ybbstal dient. Die Marketingmaßnahmen werden von Mostviertel Tourismus im Rahmen des LEADER-Projekts „Radmarketing Eisenstraße“ koordiniert und durchgeführt.

Noch keinen Betreiber gibt es für den ehemaligen Bahnhof in Kogelsbach, der zu einem Gas tronomiebetrieb entlang des Radwegs umfunktioniert werden soll. „Wir haben bereits Interessenten, Gespräche wurden aber noch keine geführt“, so Bürgermeister Schagerl. Geht es nach ihm, soll der neue Gastronomiebetrieb Mitte Oktober in Betrieb gehen.

Die Gemeinde Opponitz möchte ihren Bahnhof kaufen. Man habe deswegen nun bei der NÖVOG ein Offert gelegt und warte derzeit auf die Entscheidung der Verkehrsgesellschaft, so Ortschef Johann Lueger.