Erstellt am 17. Oktober 2015, 05:57

von NÖN Redaktion

Zuerst Deutsch lernen. Waidhofner Universitätsstudentin nutzte ihre Freizeit, um ehrenamtlich zwei syrischen Kindern Deutschunterricht zu geben.

Uni-Studentin Christina Linzer nutzte den vorlesungsfreien September, um in Ybbsitz mit zwei syrischen Flüchtlingen zu lernen. Foto: NÖN  |  NOEN, NÖN
„Es war nicht einseitiges Geben, ich habe persönlich viel dabei profitiert.“ Die Waidhofner Universitätsstudentin Christina Linzer hat den vorlesungsfreien September dazu genutzt, um mit syrischen Kriegsflüchtlingen Deutsch zu lernen.

Sie hat einfach in der NÖ Mittelschule Ybbsitz angefragt, ob man jemanden zum Deutschlernen bräuchte. Dieses Angebot hat die Schule gern angenommen.

„Viel davon war eine Lektion für mich“

Bereits in der ersten Lernstunde habe sich so etwas wie eine spontane Freundschaft abgezeichnet. „Wir haben uns sofort verstanden“, sagt Linzer, die drei Wochen lang regelmäßig zum Unterricht nach Ybbsitz pendelte.

Dabei hat sie aber auch erkannt, wie schwierig es für Menschen ist, wenn sie von arabischer Schrift auf das deutsche Alphabet umstellen müssen. „Jüngere Kinder, die die arabische Schrift in der Schule noch gar nicht gelernt haben, tun sich da leichter“, hat sie festgestellt.

Und obwohl die beiden syrischen Kinder mit großem Eifer bei der Sache waren, kommt man nach drei Stunden zu einem Stillstand. „Dann geht gar nichts mehr, das sieht man ihren Gesichtern an“, sagt sie. „Dann haben wir einfach geplaudert“, sagt sie. Und da habe sie von kulturellen Unterschieden in Syrien erfahren, von der Lieblingsmusik der Kinder, ihren Hobbys und Vorlieben.

Sie habe erfahren, dass es in der Familie Tote gegeben hat und die Oma noch immer in Syrien ist. „Viel von dem, was die beiden Kinder gesagt haben, war eine Lektion für mich“, so Linzer.