Erstellt am 04. November 2015, 05:42

von Brigitte Lassmann-Moser

Überraschender Rücktritt. Nachdem Manfred Zipfinger sein Amt als Bürgermeister überraschend zur Verfügung stellte, läuft in der Allentsteiger ÖVP fieberhaft die Suche nach neuem Kandidaten.

Manfred Zipfinger trat als Bürgermeister zurück.  |  NOEN, privat

Es ist ihm gelungen, die jahrelang geteilte ÖVP wieder zu einen, und viele setzten große Hoffnung in ihn, dass er endlich für politische Ruhe in der Garnisonsstadt sorgt. Jetzt aber warf Manfred Zipfinger nach nur knapp acht Monaten Amtszeit das Handtuch und trat als Bürgermeister zurück. Begründet wird dieser Schritt mit gesundheitlichen Problemen.

Die Arbeit in der Gemeinde sei ein wichtiger Lebensmittelpunkt für ihn geworden, so Manfred Zipfinger in einer ersten Stellungnahme zu seinem Rücktritt. „Die tägliche Begegnung mit den Menschen, das Vertrauen und die Wertschätzung, die mir dabei entgegengebracht wird, ist ein Geschenk, das mir wirklich große Freude macht! Leider spielt das Leben oft ein anderes Spiel, als man es wünschen würde!“, meint das scheidende Gemeindeoberhaupt.

Ein heimtückische Krankheit, unter der er leide, habe sich dramatisch verschlechtert – vor allem durch Stress und Überarbeitung –, sodass ihm die Ärzte rieten, seine Lebensumstände zu ändern. „Deshalb ist es mir leider nicht möglich, das Amt des Bürgermeisters weiter auszuüben!“.
Manfred Zipfinger trat mit 31. Oktober zurück, bis zur Neuwahl des Bürgermeisters, die laut Gemeindeordnung innerhalb von zwei Wochen über die Bühne gehen muss, wird ihn Vizebürgermeister Jürgen Koppensteiner vertreten.

Überraschung auch für ÖVP-Bezirksparteiobmann 

Wer das schwierige politische Erbe von Manfred Zipfinger antreten wird, ist noch völlig ungewiss, vor allem auch deshalb, da man selbst parteiintern überrascht wurde. „Ich kann derzeit noch überhaupt keinen Namen nennen, es ist wirklich noch alles offen“, so Stadtrat Reinhard Waldhör auf Anfrage der NÖN. Am Freitag fand jedenfalls eine Sitzung des erweiterten ÖVP-Kreises statt, bei der Zipfinger seine Parteikollegen über seine Entscheidung informierte und sich gleichzeitig verabschiedete. Jetzt wird innerhalb der ÖVP viel über die Nachfolge diskutiert. „Eines ist sicher: Es wird ein schwieriges Unternehmen werden“, so Waldhör.

Überraschend kam Zipfingers Amtsniederlegung auch für ÖVP-Bezirksparteiobmann Franz Mold. „Aber wenn es aus gesundheitlichen Gründen geschieht, verstehe ich diesen Schritt. Die Gesundheit geht vor!“, so Mold.
Zipfingers Rückzug wird natürlich von vielen bedauert, auch von den anderen Fraktionen. FPÖ-Stadtrat Alois Kainz – die Freiheitlichen sind derzeit mit vier Mandaten zweitstärkste Fraktion im Gemeinderat – würdigt vor allem Zipfingers menschliche Seite.

„Er ist immer den menschlichen Weg gegangen, um das Beste für die Gemeinde zu erreichen, er war für die Leute da und hat niemanden ausgegrenzt, vieles war auf dem ,kurzen‘ Dienstweg möglich“, meint Kainz. „Ich wünsche ihm das Beste für seine Gesundheit und seine Zukunft!“
Übrigens: Auch Stadtrat Josef Weixlberger (ÖVP) ist zurückgetreten und stellt seine Funktion zur Verfügung, jedoch unabhängig von Rückzug Zipfingers. Er sah sich, so wird seitens der ÖVP mitgeteilt, als Leiter des Bauhofs zu vielen Anfeindungen ausgesetzt.