Bad Traunstein

Erstellt am 05. August 2016, 05:10

von René Denk

Bad Traunstein: Verzicht auf Pestizide. Bad Traunstein verzichtet bei Unkrautbekämpfung auf den schlecht abbaubaren Wirkstoff Glyphosat.

Freuen sich über die pestizidfreie Gemeinde Bad Traunstein: Vizebürgermeister Roland Zimmer, Bürgermeisterin Angela Fichtinger, Geschäftsführedne Gemeinderätin Monika Mach.    |  noen, Gemeinde

Die Gemeinde Bad Traunstein setzt nun auch auf pestizidfreie Unkrautbekämpfung. Alle öffentlichen Flächen, die gepflegt werden, werden nun mit natürlichen Mitteln bekämpft. Jetzt wurde sie als pestizidfreie Gemeinde ausgezeichnet.

„Unser neues Gerät zur Unkrautbekämpfung wird bald eintreffen. Damit werden wir das Unkraut abflämmen“, erklärt Bürgermeisterin Angela Fichtinger. Damit will Fichtinger einen Betrag dazu leisten, dass Gesundheit und Umwelt mehr geschont werden. Der häufig eingesetzte Wirkstoff Glyphosat kann auf befestigten Wegen und Straßen nicht abgebaut werden und wird dann mit dem Regen in den Kanal und in die Flüsse gespült, wo er ebenfalls kaum abgebaut werden kann.

So werden Gewässer und das Leben darin auf Jahre schwer geschädigt. Der Einsatz ist jetzt schon auf versiegelten Flächen, wie Straßen, Plattenwegen und gepflasterten Garageneinfahrten verboten. Das Verbot gilt genauso auf Privatgrund. Studien zeigen, dass Glyphosat möglicherweise krebserregend sein kann, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor dem Einsatz des chemischen Mittels.

Unkraut wird mit Hitze bekämpft

„Wir sind Kurgemeinde und Gesunde Gemeinde und wollen daher selbstverständlich auf Pestizide verzichten“, sagt Bürgermeisterin Angela Fichtinger. Das „Bekenntnis zum Verzicht auf Pestizide“ wurde bereits im April unterschrieben, auch Zwettl und Echsenbach verzichten heuer bereits auf umwelt- und gesundheitsschädliche Mittel.

Der Nachteil der Alternativen ist ein vermehrter Arbeitseinsatz - zumindest in den ersten Jahren. Dieser Mehraufwand bedeutet dabei natürlich auch Mehrkosten für die Gemeinde. Für die natürliche Bekämpfung stehen mechanische oder thermische Methoden zur Verfügung. Bei der mechanischen handelt es sich um schlichtes Wegkratzen oder händischer Entfernung.

Thermische Verfahren basieren auf der Bekämpfung durch Hitze, also entweder dem Abbrennen oder Abflämmen, durch Heißwasser, Heißluft oder Heißschaum aus biologisch abbaubaren Kokosseifen.