Erstellt am 09. September 2015, 06:02

von NÖN Redaktion

Historisches Tief im August. Arbeitslosigkeit ist neuerlich angestiegen und war noch nie so hoch.

Präsentiert ernüchternde Zahlen: Zwettls AMS-Chef Kurt Steinbauer.  |  NOEN, AMS

In Österreich stottert der Konjunkturmotor weiterhin. Für den niederösterreichischen Arbeitsmarkt bedeutet das, dass die Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau bleibt.

Vom Trend steigender Arbeitslosigkeit ist auch der Bezirk Zwettl nicht ausgenommen. Beim Arbeitsmarktservice (AMS) Zwettl waren Ende August 980 Personen, davon 511 Frauen (Vorjahr: 424) und 469 Männer (Vorjahr: 404), arbeitslos gemeldet. Das sind im Vorjahresvergleich um 152 Jobsuchende (oder plus 18,4 %) mehr. Zusätzlich nutzen im Moment 160 Personen (Vorjahr: 185) diverse Schulungsangebote des AMS und verbessern damit ihre fachlichen und persönlichen Kompetenzen, um ihre Arbeitsmarktchancen zu erhöhen.

„Noch nie waren im Bezirk Zwettl im August
so viele Menschen ohne Beschäftigung.“
Kurt Steinbauer, Zwettler AMS-Leiter

„Die Anzahl der Arbeitslosen mit den Schulungsteilnehmern addiert ergibt insgesamt 1.140 Personen. Noch nie waren im Bezirk Zwettl im August so viele Menschen ohne Beschäftigung“, stellt Zwettls AMS-Leiter Kurt Steinbauer ernüchternd fest. „Trotzdem ist das AMS weiterhin engagiert unterwegs, um freie Stellen zu akquirieren und mit Arbeitsuchenden rasch und treffsicher zu besetzen.“

Das gelingt auch in sehr vielen Fällen, allerdings bringen Jobsuchende nicht immer die von den Unternehmen gewünschten Qualifikationen mit. „Teilweise erschweren auch gesundheitliche Beeinträchtigungen und Mobilitätseinschränkungen die rasche Vermittlung oder Kinderbetreuungspflichten sind mit den angebotenen Arbeitszeiten unvereinbar. In enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden und mit gezielten Förderangeboten versucht das AMS, derartige Vermittlungshindernisse zu beseitigen“, erklärt Steinbauer.

Mit Blickrichtung Wiedereinstieg nach der Babypause verweist das AMS NÖ zum Beispiel auf interessante Angebote für Frauen, die das ganze Jahr hindurch in Anspruch genommen werden können. In Zeiten hohen Konkurrenzdrucks am Arbeitsmarkt laufen vor allem Frauen, die familiär bedingt eine Erwerbspause einlegen mussten, oder nur eine geringe Ausbildung vorweisen können, Gefahr, langzeitarbeitslos zu werden.

Mehr Frauen in Handwerk & Technik

Das Arbeitsmarktservice NÖ steuert hier mit hochwertigen und maßgeschneiderten Qualifizierungs- und Unterstützungsangeboten gegen. Unter anderem mit dem Programm „Frauen in Handwerk und Technik“ (FiT), Facharbeiterinnen-Intensivausbildungen in den Ausbildungszentren Sigmundsherberg, Zistersdorf, Wiener Neustadt und im neuen Technikcenter in St. Pölten sowie mit einem regional abrufbaren umfangreichen Schulungsangebot. Für Frauen mit verschiedenstenProblemstellungen wurde in Niederösterreich in den Frauenberufs-zentren ein fast flächendeckendes Netz mit maßgeschneiderten Angeboten eingerichtet.

Im Jahr 2015 stehen in Summe über 2.000 Ausbildungsplätze, davon über 340 Ausbildungen bis zum Lehrabschluss, zur Verfügung. Es stehen den Frauen bei diesem Programm alle Lehrberufe offen, die weniger als 40 % Frauenanteil aufweisen.

„Es ist uns aber wichtig, dass die Frauen bei ihrer Entscheidung alle möglichen Ausbildungen berücksichtigen. Die Berufsorientierungsphase zu Beginn soll dabei den Frauen als relevante Entscheidungsgrundlage dienen“, erklärt Kurt Steinbauer.