Erstellt am 17. Februar 2016, 05:09

von Brigitte Lassmann-Moser

Theaterbühne wieder in Bestform. Das eindringliche Stück „Schattenweiber“ wird von den Arbesbachern ebenso eindringlich gespielt.

 |  NOEN, Brigitte Lassmann-Moser
Die Theaterbühne Arbesbach wird ihrem Ruf, eine der besten Laientheatergruppen des Waldviertels zu sein, mit ihrer jüngsten Vorstellung wieder gerecht. Gespielt wird heuer in der Schönfeldhalle das Volksdrama „Schattenweiber“ von Claudia Lang.

Die Theatergruppe scheut sich, wie sie immer wieder beweist, nicht, auch ernste Stücke, „schwere Kost“ sozusagen, in Angriff zu nehmen. Und dazu gehört „Schattenweiber“ zweifelsohne. Es ist das dritte Mal in der Geschichte der Theaterbühne, dass ein lebender Autor gespielt wird. Nach Felix Mitterer und Günter Seidl eben die Tiroler Autorin, Schriftstellerin und Regisseurin Claudia Lang, die sowohl bei der Theaterwein-Taufe (siehe Seite 72) als auch bei der Premiere am Samstag, 13. Februar, persönlich anwesend war.

Atmosphärisch dichte Geschichte

Das Stück spielt in einem kleinen Dorf im 17. Jahrhundert in den Lechtaler Alpen. Das Leben jener Dorfbewohner, die nicht im Dreißigjährigen Krieg dienen müssen, ist geprägt vom täglichen Überlebenskampf, von Hunger, Not und Angst, aber auch Neid und Missgunst. Im Mittelpunkt steht die Liedhoferin, eine starke, selbstbewusste Person, Mutter eines unehelichen Kindes, die alsbald als Hexe verschrieen ist – bis sie mit Weiberlist das Dorf vor dem Einfall der feindlichen Schweden rettet. Und doch gibt es für sie kein Happy End…



Es ist eine atmosphärisch sehr dichte Geschichte, die nicht nur eindringlich und beklemmend erzählt, sondern auch so gespielt wird. Streckenweise verwendet die Autorin eine recht derbe Sprache, das Stück ist aber auch voll von Lebensweisheiten („Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen!“). Kurz gesagt: Es zeigt, wie wichtig der Glaube an sich selber ist.

Vorstellung ist eine „runde Sache“

Regisseur Josef Traxler, der seit bald 25 Jahren (!) die Arbesbacher zu Glanzleistungen anleitet, hat die Rollen perfekt besetzt. Das Ensemble ist wieder in Bestform, wobei Veronika Einfalt als „Liedhoferin“ besonders hervorsticht. Sie spielt ihre Rolle mit unglaublicher Stärke und besonderer Authentizität. Aber auch die anderen Schauspieler überzeugen durch hervorragende Leistungen.

Insgesamt ist die Vorstellung eine „runde Sache“, ein gelungenes Ganzes – von der Kulisse angefangen (die man sogar riechen kann), über Maske und Kostüme (für die wieder Annemarie Fessl verantwortlich zeichnet) bis zum grandiosen Spiel der Darsteller. Es ist eine Aufführung, die noch lange nachhallt…

Zu sehen gibt es die „Schattenweiber“ noch neun Mal (Termine siehe Infobox), und wer sich einen besonders schönen Theaternachmittag bzw. -abend machen möchte, kann im benachbarten „Bärenhof“ auch das Theatermenü von Haubenwirt Michael Kolm genießen. Dazu spielt jeden Samstag nach der Vorstellung Alleinunterhalter Wolfgang Glöckl auf.

Das TBA-Team

Darsteller: Veronika Einfalt  (Liedhoferin), Reinhard Mayr (Anwalt), Elfriede Prinz (seine Frau), Verena Huber (Anna), Oliver Einfalt (Annas Sohn), Bernadette Hinderndorfer (Mali, Annas Schwiegermutter), Josef „Joe“ Huber (Stoffl), Maximilian Pfeiffer (Franz, Stoffls Sohn), Lisa Traxler (Lies), Lukas Frühwirth (Jog), Stefanie Huber (Greth), Anna Huber (Julie, ihre Schwester), Friedrich Holzmann (Andreas), Philip Freund (Schwede), Helen Huber (Trommler), Michael Hinterndorfer (Dorfbewohner), Rudolf Grünstäudl (Dorfbewohner).
Regie: Josef Traxler
Maske: Annemarie Fessl
Bühnenbau: Anton Pfeiffer und das TBA-Team
Licht-Ton: Peter Huber & Team
Musik: Peter Huber

Aufführungen

Die Theaterbühne Arbesbach steht noch zu folgenden Terminen auf der Bühne:
Samstag, 20. Februar, 20 Uhr
Sonntag, 21. Februar, 14.30 Uhr
Samstag, 27. Februar, 20 Uhr
Sonntag, 28. Februar, 14.30 Uhr
Freitag, 4. März, 20 Uhr
Samstag, 5. März, 20 Uhr
Sontag, 6. März, 14.30 Uhr
Freitag, 11. März, 20 Uhr
Samstag, 12. März, 20 Uhr