Erstellt am 29. September 2015, 09:03

von Brigitte Lassmann-Moser

Aufregung um Anzeige. Bezirkshauptmannschaft erlaubt trotz schwerer Vorwürfe des „Bündnis der Gastronomie Österreichs“ Veranstaltung.

Fast hätte die Brachoiderparty der Jugend Waldhausen aufgrund einer Anzeige abgesagt werden müssen. Die Bezirkshauptmannschaft aber entschied: Die Party darf wie geplant am 3. Oktober stattfinden.  |  NOEN, Michael Schwab

Für Aufregung sorgte in der Vorwoche eine Anzeige des „Bündnis der Gastronomie Österreichs“ (BDGA) gegen die Veranstalter der traditionellen „Brachoiderparty“ in Waldhausen. Die Bezirkshauptmannschaft gab jedoch nach einer Überprüfung „grünes Licht“: Die Veranstaltung darf wie geplant am kommenden Samstag, 3. Oktober, abgehalten werden.

Bereits zum 17. Mal wird heuer die „Brachoiderparty“ der Jugend Waldhausen – die sich erst im Vorjahr als neuer, gemeinnütziger Verein gegründet hat – stattfinden. Die Mehrzweckhalle als Veranstaltungsort sei dafür aber nicht geeignet, wie das BDGA in ihrer Anzeige an die Bezirkshauptmannschaft behauptet. Außerdem bestehe der „Verdacht auf unbefugte Ausübung des Gastgewerbes durch den Verein ,Jugend Waldhausen‘“, so das BDGA. Der Verein sei augenscheinlich nur zu einem Zweck gegründet worden, nämlich um Partys und Clubbings abzuhalten. Der Verein habe bei der Bewerbung auch keinen gemeinnützigen Zweck angegeben, dem der Reinerlös zufließt. Deshalb forderte das BDGA die Gewerbe-Behörde auf, die Gemeinnützigkeit zu überprüfen, „und dies nicht nur laut den Statuten, sondern nach der tatsächlichen Geschäftsführung“. Der Bezirkshauptmannschaft wurde empfohlen, die Party sofort zu untersagen, sollten nicht alle Auflagen und Bewilligungen erfüllt sein.

„Die Anzeige ist nicht akzeptabel“

Bürgermeister Christian Seper empfindet diese Anzeige als „total beschämend“ und völlig überzogen. Die Jugend habe mit dieser Veranstaltung ganz klein begonnen und sie im Laufe der Jahre aufgebaut. „Wir haben eine gute Jugend, die sich überall engagiert und aktiv im Gemeindeleben einbringt“, so Seper, der die Anzeige deshalb als nicht akzeptabel bezeichnet. Außerdem habe die Bezirkshauptmannschaft die Gemeinnützigkeit des Vereins festgestellt, so Seper in der Vorwoche im Gespräch mit der NÖN.

„Wir sind dieser Anzeige nachgegangen und konnten nichts Gesetzeswidriges feststellen“, so Bezirkshauptmann Michael Widermann. Auch die Statuten der „Jugend Waldhausen“ als gemeinnütziger Verein würden stimmen, so Widermann. „Wenn die Auflagen für ein Drei-Tages-Fest eingehalten werden, spricht nichts gegen die Abhaltung der Veranstaltung.“

„Ich selbst habe erst durch einen Anruf am Montagnachmittag, dem 21. September, von unserem Bürgermeister von der Anzeige des BDGA erfahren“, erzählt Vereinsobmann Martin Hafner. „Die Jugend Waldhausen war schon immer ein gemeinnütziger Verein, wo alle Mitglieder unentgeltlich und mit voller Begeisterung bei der ,Brachoiderparty‘ mithelfen“, betont Hafner. „Wir geben das Geld, das wir einnehmen, nicht für uns aus, sondern verwenden es beispielsweise für die Errichtung und Instandhaltung der Spielplätze in der Gemeinde.“

Auch die Anschuldigung, dass die Mehrzweckhalle Waldhausen für eine solche Veranstaltung nicht geeignet sei, findet der Obmann „aus der Luft gegriffen“. „Was das BDGA gerade gegen ehrenamtliche Menschen in Jugendvereinen auszusetzen hat, ist mir ein Rätsel.“ Er ärgert sich, dass Vereine absichtlich erst wenige Tage vor der Veranstaltung angezeigt werden. Meist wurde zu dem Zeitpunkt seitens des Vereins schon viel Geld investiert.