Erstellt am 15. September 2015, 09:36

von Maria Moll

Barockklänge erfüllten Zwettler Stiftskirche. Marco Paolacci und Mitglieder des Orchesters "Ensemble 1138" spielten Werke aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Stiftskapellmeister Marco Paolacci (l.) veranstaltete unter dem Titel »Herbstliche Barockklänge« am Samstagabend ein ansprechendes Konzert in der Stiftskirche. Mitwirkende waren die Wiener Sopranistin Ana-Marija Brkic (vorne, 2. v. r.), der Innsbrucker Musikprofessor und Domorganist Reinhard Jaud (hinten, l.) sowie Mitglieder des Auswahlorchesters »Ensemble 1138«: (vorne, v. l.) Elisabeth Hasenburger und Joanna Kaniewska, Violine; Ruth Bruckner und Claudia Molon, Blockflöte; Walter Bachkönig, Kontrabass; (hinten v. r.) Christoph Anzböck, Cembalo und Orgel; Florian Hasenburger, Violine; Matthias Bartolomey, Violoncello; Raphael Handschuh, Viola.  |  NOEN, Maria Moll

„Herbstliche Barockklänge“ erfüllten am Abend des 12. September die Stiftskirche Zwettl, wo Prior P. Gregor Bichl Gäste und Mitwirkende zum Konzert herzlich willkommen hieß.

Stiftskapellmeister Marco Paolacci und Mitglieder des jungen Auswahlorchesters „Ensemble 1138“ führten – gemeinsam mit dem Innsbrucker Domorganisten Reinhard Jaud und der Wiener Sopranistin Ana-Marija Brkiæ - Musikstücke des ausgehenden 17. und des 18. Jahrhunderts auf.

Musikalisch oblag die Begrüßung dem international gefeierten Organisten Reinhard Jaud. Er eröffnete das Konzert an der Egedacher Orgel mit „Toccata undecimi toni“ von Franz Xaver Murschhauser. Mit „Süßer Blumen Ambraflocken“ und „Flammende Rose, Zierde der Erde“, zwei Arien von Georg Friedrich Händel, stellte Ana-Marija Brkiæ ihren schönen, klaren Sopran vor, voll und wortdeutlich. Dazwischen trat Marco Paolacci mit Händels Orgelkonzert op. 4/6 als Solist an der kleinen Konzertorgel vor das Ensemble 1138.

Weil Feuchtigkeit und das anstrengende Klima des heurigen Sommers der „alten Dame“, der „Egedacherin“, zugesetzt hatten, gelangte statt der „Ciacona in d“ von Johann Pachelbel eine Toccata zur Aufführung. Johann Sebastian Bachs „Brandenburgisches Konzert IV“, in dem die Blockflöten gleichsam zum Tänzchen laden, geleitete in die Pause.

Nach der Pause satter Klang von der großen Orgel – „Voluntary in F“, abgelöst durch fröhlich lebhafte Musik von Antonio Vivaldi, der „Sinfonia in Do maggiore“. Reinhard Jaud verabschiedete sich vom Publikum mit „Voluntary in G“ von William Boyce, einer eher einfachen Melodie, die durch die enorme Vielfalt der gezogenen Register große Aufmerksamkeit erweckte.

Als großartigen Abschluss des Konzertabends sang Ana-Marija Brkiæ „Laudate Pueri“ von Antonio Vivaldi, wieder begleitet vom Ensemble 1138. Die Sopranistin trug diese musikalische Aufforderung zum Lob des Herrn mit viel Einfühlungsvermögen und großem Nachdruck vor.

Die begeistert applaudierenden Zuhörer wurden mit einer Zugabe bedacht.