Zwettl

Erstellt am 10. August 2016, 05:43

von Brigitte Lassmann-Moser

Bewertung der Ernte ist verfrüht. Ernte fällt, soweit zur Zeit abschätzbar, recht unterschiedlich aus. Unwetterschäden im Bezirk nicht gravierend.

Dem Weizen – hier bei den Druscharbeiten – mangelt es aufgrund der Witterung am Eiweißgehalt.  |  NOEN, Wodicka

Ernteverzögerungen aufgrund der Witterung, Hagelschäden in Millionenhöhe und überdurchschnittliche Mengen bei geringerer Qualität – davon ist derzeit in den Medien in Zusammenhang mit der Getreideernte zu lesen und zu hören. Dabei kann gerade für den Bezirk Zwettl noch gar keine aussagekräftige Bilanz gezogen werden, da die Ernte noch voll im Laufen ist.

Während in den Frühdruschgebieten im Bezirk Zwettl, also in den Regionen um Zwettl, Schweiggers und Allentsteig, derzeit etwa rund die Hälfte der Ernte eingefahren ist, hat sie in den höher gelegenen Regionen im Süden, also im Großteil des Bezirks, noch gar nicht begonnen, wie Bauernkammerobmann Dietmar Hipp auf Anfrage der NÖN am Freitag mitteilte. Wie die Ernte, die durch das dunstige und nasse Wetter in den letzten Wochen phasenweise ganz zum Erliegen kam, weiter vorangeht, hängt jetzt natürlich von der Witterung in den nächsten Tagen ab.

„In großen Teilen des Bezirkes Zwettl wurde noch gar nicht mit der Ernte begonnen!“ 

Bauernkammerobmann Dietmar Hipp

Beim Roggen, der wichtigsten Kultur im Bezirk Zwettl – davon werden bei uns rund 6.500 Hektar angebaut –, bereiten, so die NÖ Landwirtschaftskammer, die häufigen Niederschläge Sorgen in Hinblick auf Qualitätsparameter und damit die Verkaufspreise. Laut Hipp sind die Qualitäten bislang aber nicht so schlecht.

Generell falle die Ernte, wie es zum jetzigen Zeitpunkt abschätzbar ist, unterschiedlich aus. Während sie auf intensiv bewirtschafteten Flächen gut sei, falle sie auf extensiv bewirtschafteten Feldern, dort also, wo weniger Pflanzenschutz verwendet wird bzw. überhaupt bio gewirtschaftet wird, nur durchschnittlich bis schlecht aus, erklärt der Kammerobmann.

Von Hagelschäden blieb der Bezirk bisher zum Glück großteils verschont. Während in den Bezirken rund um Zwettl mehrfach zum Teil sehr heftige Unwetter niedergingen, die große Schäden hinterließen, wurde bei uns lediglich der Norden – etwa im Bereich Limbach – von einem Hagelunwetter gestreift. „Das hat aber keine große Konsequenz auf die Ernte“, meint Hipp.

Abgeschlossen ist bereits die Rapsernte, und hier sind, so Dietmar Hipp, die Erträge durchaus zufriedenstellend. In anderen Regionen wird hingegen über Erträge unter den Erwartungen berichtet. Weniger zufriedenstellend sind aber die Getreidepreise. „Aufgrund der derzeitigen Situation – hohe Erträge, hohe Lagerbestände – ist davon auszugehen, dass die Preise vor allem zur Erntezeit sehr niedrig sein werden“, betont Hipp.