Erstellt am 14. Januar 2016, 05:43

von Joachim Brand

Es war wieder die Stunde der Wintervögel. Zählung | Auch viele engagierte Naturbeobachter aus dem Bezirk Zwettl unterstützten wieder BirdLife bei dessen Forschungsarbeit über Vogelvorkommen.

Stundenlang könnte man die gefiederten Freunde bei den Futterstellen beobachten. Aber Vorsicht: Diese müssen vor Katzen geschützt sein.  |  NOEN, Foto: Archiv

Die österreichweite Wintervogelzählung von BirdLife Österreich wurde von zahlreichen engagierten Naturbeobachtern auch im Bezirk Zwettl unterstützt.

Vogelschutz ist gleichzeitig Naturschutz. Wie steht es um Amsel, Drossel, Fink und Star? Wer kennt sie nicht, die bunte Vogelschar? Ist es ein Buchfink oder ein Stieglitz? Spätestens hier tut sich der Amateur schwer. Mit einer Stunde Vogelbeobachtung am Futterhäuschen und beigelegtem Bestimmungsblatt hatten die Beobachter die Bestimmung aber schnell im Griff.

Der Sperling wurde sogleich erkannt, und auch die beiden Rotkehlchen wurden schnell notiert. Nach einer kurzweiligen Stunde erledigte sich das Ausfüllen des Meldebogens fast von selbst. Die Ergebnisse erreichen diese Woche BirdLife Österreich per Post oder E-Mail. Sie geben dann der Zentrale für Vogelkunde einen groben Überblick über Artenzahl und Verteilung in Österreich. Im letzten Jahr wurden 238.102 Vögel registriert.

Benjamin Watzl und Lukas Strobl von den Zwettler und Waldviertler Vogelfreunden bestätigten die Meldungen von einem österreichweiten Rückgang ehemals weit verbreiteter Vögel. Auch bei uns im Bezirk Zwettl sind die Beobachtungen und der nachgewiesene Nachwuchs von Wachtel, Kiebitz, Mehlschwalbe und Girlitz gravierend zurückgegangen.

„An den Futterstellen ist der Katzenschutz von
großer Wichtigkeit.“
Günther Pichler und Alois Böhm

Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer der heimischen Vogelschutzorganisation Bird Life, rechnet österreichweit mit einem Minus von 42 Prozent seit 1998. Bei der vergangenen Wintervogelzählung war die Kohlmeise mit 15,7 Prozent der am häufigsten in Österreich vorkommende Singvogel. Es folgten Haussperling, Feldsperling, Amsel, Blaumeise, Buchfink und Grünfink.

Günther Pichler und Alois Böhm sind in der Gemeinde Zwettl seit vielen Jahren als Vogelschützer, nicht nur in Form der Betreuung von Futterstellen, sondern auch durch Maßnahmen zur Biotopverbesserung, tätig. „An den Futterstellen ist der Katzenschutz von großer Wichtigkeit, sonst wird die Fütterungsstelle gleichzeitig Anziehungspunkt für Hauskatzen,“ meinen beide unisono.

Richard Katzinger ist Greifvogelexperte bei den Zwettler Vogelfreunden. Er machte auf den Rückgang verschiedener Greifvögel im Waldviertel aufmerksam. „Wenn uns bei Überlandfahrten viele Bussarde auffallen, wissen die meisten Menschen nicht, dass diese Vögel nur Wintergäste sind.“ Beim Habicht sind die Rückgänge so gravierend, dass dieser schnittige Greifvogel zum Vogel des Jahres 2016 auserkoren wurde.
Weitere Infos findet man unter www.birdlife.at