Erstellt am 25. November 2015, 05:08

von René Denk

Grüne wollen „TÜPl neu“. Die Grünen wollen nach Rechnungshofbericht die Fläche des Truppenübungsplatzes Allentsteig auf ein Drittel verkleinern. Zach: „Waffensysteme lassen Reduktion nicht zu.“

Setzen sich für eine »Grüne Lösung« des Truppenübungsplatzes Allentsteig ein: Die Zwettler Gemeinderätin Gabriele Linser, Bezirkssprecher Andreas Piringer, Grüne Zwettl Obfrau Silvia Moser und Landtags-Klubobfraustellvertreter Emmerich Weiderbauer.  |  NOEN, Foto: René Denk
Die Grünen fordern nach dem Bericht des Rechnungshofes nach wie vor starke Umstrukturierungen des Truppenübungsplatzes (TÜPl) Allentsteig - und legen jetzt Ideen vor, wie dies geschehen soll.

„Hier versiegt nach wie vor sehr viel Geld, das anderswo viel sinnvoller investiert werden kann. Der Sumpf muss trocken gelegt werden“, betont Landtagsklubobfrau-Stellvertreter und Sicherheitssprecher Emmerich Weiderbauer, dass zehn Millionen Euro pro Jahr mehr ausgegeben als eingenommen werden. In Zukunft soll nur mehr ein Drittel der Fläche des 157 km2 großen TÜPl übrig bleiben.

Seit 2009 seien die vollwertigen Arbeitsplätze von rund 410 auf rund 330 reduziert worden. Eine weitere Reduktion durch eine Verkleinerung befürchtet Weiderbauer nicht. Dass das Bundesheer die große Fläche für diverse Schießübungen braucht, beeindrucke Weiderbauer nicht: „Was brauchen wir Geschoße, die 30 Kilometer fliegen.“ Das künftige Flächendrittel solle zudem als Sicherheitszentrum verwendet werden, wo man mit Blaulichtorganisationen Katastrophen-Szenarien beüben könnte.

Arbeitsplatz für 520 Menschen

Bezirkssprecher Andreas Piringer meint, dass auf den restlichen zwei Drittel die forstliche Aufarbeitung viel stärker in Angriff genommen gehöre. Weiters solle auf diesem „besonderen landschaftlichen Juwel“ ein Naturpark errichtet werden, der mit diversen Maßnahmen, wie einer Wildpferdeansiedelung oder Ähnlichem gestützt werden solle.

Dieser Naturpark soll den Tourismus unterstützen. Zudem würde es dem Tourismus in der Region helfen, wenn die lauten Schieß- und Fluggeräusche ein Ende hätten. Gemeinderätin Gabriele Linser ist seit rund 20 Jahren Anrainerin in Germanns. Zur Lärmbelästigung meint sie, dass es diese in der Kindheit auch gegeben hätte, vielleicht noch viel schlimmer. „Jetzt hat man aber das Gefühl, dass man etwas dagegen machen kann“, meint Linser. Piringer betont, dass es zudem eine Farce sei, eine neurologische Rehabilitation in der Stadt Allentsteig zu betreiben und dann daneben offene Schießübungen abzuhalten.



TÜPl-Pressesprecher Johann Zach betont im NÖN-Gespräch, dass in der Garnison insgesamt 520 Menschen einen Arbeitsplatz hätten, wobei es nur wenige gäbe, die weniger als 40 Stunden angestellt wären. „Solche Reduktionen haben wir selten, eher nur bei jungen Müttern, auf die wir Rücksicht nehmen.“ Weil dies eher selten sei, bezweifelt er aber die Anzahl von nur 330 Arbeitsplätzen. Mit der Schrumpfung der Fläche wären gewisse Arbeitsplätze betroffen.

„Die Waffensysteme des Heeres und unsere Sicherheitsbereiche lassen eine Reduktion auf ein Drittel nicht zu“, so Zach. Das Heer hätte dem Gesetz nach nicht nur die Verpflichtung, im Katastrophenfall zu unterstützen, sondern das Land auch gegen ausländische Aggressoren zu verteidigen. Das gäbe die Politik so vor, so Zach.

„Wieviele Arbeitsplätze durch Naturpark?“

In der urbanen Trainingsanlage Steinbach würde schon jetzt mit Blaulichtorganisationen geübt werden. Es gab heuer auch die Rot-Kreuz-Übung Arcanus, die Polizei würde dort ebenso üben. Es gibt auch bereits einen der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Naturpark. „Wenn ich an andere Naturparkregionen im Waldviertel denke - wie viele Arbeitsplätze könnte man mit dieser Parkgröße bieten?“, gibt Zach zu bedenken.