Erstellt am 16. Dezember 2015, 05:28

von Brigitte Lassmann-Moser

„Herr“ über 548 Brücken. Josef Prinz folgt Karl-Heinz Höfinger als Leiter der Brückenmeisterei Zwettl nach.

Karl-Heinz Höfinger (2. v. l.), der die Brückenmeisterei Zwettl 36 Jahre lang geleitet hat, übergab symbolisch den Schlüssel an seinen Nachfolger Josef Prinz (2. v. r.). Neuer Leiter-Stellvertreter und Betriebsleiter ist Manfred Zeilinger (l.). Unterstützt wird das Führungs-Duo von der »guten Seele« der Brückenmeisterei, Sonja Hörth.  |  NOEN, Foto: Brigitte Lassmann-Moser

Führungswechsel in der Brückenmeisterei Zwettl: Josef Prinz übernahm mit 1. Dezember die Leitung von Karl-Heinz Höfinger, der 36 Jahre in dieser Position war und nun in Pension ging. Die Brückenmeisterei Zwettl betreut derzeit 548 Brücken in den Bezirken Zwettl, Gmünd, Waidhofen, Horn und Teilen von Krems-Land.

Karl-Heinz Höfinger war 40 Jahre im Brückenbau in ganz Niederösterreich tätig. Er übernahm 1979 die Leitung der Brückenmeisterei – sie ist seit 1991 in der Kremser Straße angesiedelt – und bildete in dieser Zeit drei Aspiranten aus.

Reibungslose „Hofübergabe“

Die „Hofübergabe“ an Josef Prinz erfolgte reibungslos und unkompliziert. „Es ist sehr wichtig, dass man personell Vorsorge trifft“, erklärt Höfinger im Gespräch mit der NÖN, muss doch der Nachfolger sowohl das Betreuungsgebiet, das deckungsgleich mit jenem der Straßenbauabteilung 8 in Waidhofen ist, als auch die Strukturen der Brückenmeisterei kennen. Und das tut Josef Prinz (48), der vor 28 Jahren von der Straßenmeisterei Pöggstall als Leiter-Stellvertreter zur Brückenmeisterei wechselte.

Die Brückenmeisterei Zwettl ist personell mit elf Professionisten, zwei Leitern und einer halben Kanzleikraft sehr straff aufgestellt. Zu ihrer Hauptaufgabe gehört die Kontrolle der 548 Brückenbauten in ihrem Zuständigkeitsbereich, aber auch die Erhaltung und Instandsetzung sowie der Katastrophendienst. Dazu zählt die Beseitigung von Baumschäden, Verklausungen und Unterspülungen ebenso wie von Unfallschäden. Auch kleinere Baumaßnahmen werden, unter Einbindung der Privatwirtschaft, von der Brückenmeisterei durchgeführt, und im Rahmen des Winterdienstes unterstützt sie mit einem Lkw die Straßenmeisterei Zwettl. Außerdem arbeitet die Brückenmeisterei auch immer wieder mit den Melker Pionieren zusammen, etwa im Rahmen von Übungen beim Notbrückenbau.

„Es ist eine sehr schöner, interessante Arbeit,
aber auch eine herausfordernde!“
Karl-Heinz Höfinger, der 40 Jahre im
Brückenbau tätig war

„Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer steht im Vordergrund, und dass die Brückenbauwerke in einem einwandfreien Zustand bleiben“, so Karl-Heinz Höfinger, dem die Personalentwicklung, die Ausbildung junger Leute immer ein besonderes Anliegen war. Und so kann er eine „sehr gute Mannschaft, eine hoch motivierte, sehr verlässliche Truppe“ übergeben.

Auf Josef Prinz, der übrigens von Karl-Heinz Höfinger auch dessen Funktion als Sprecher aller niederösterreichischen Brückenmeister übernimmt, warten nun einige neue Herausforderungen. So stehen nach dem Brückenbau-Boom in den vergangenen Jahren nun die Erhaltungsmaßnahmen an, „und auch die Personalführung wird sicherlich eine Herausforderung“, so Prinz.

Außerdem kommen durch den Bau der Zwettl-Umfahrung 21 Brücken dazu, diese müssen aufgrund des PPP-Modells zwar nicht gebaut und in den nächsten 25 Jahren auch nicht erhalten, aber doch kontrolliert werden. Und auch der Klimawandel sorgt für neue Herausforderungen, etwa durch Hochwässer sowie häufige Frost- und Tauwechsel im Winter, die für die Brücken ganz schlecht sind.

Unterstützt wird Josef Prinz bei seiner neuen Tätigkeit von Manfred Zeilinger (41) als Leiter-Stellvertreter und Betriebsleiter. Zeilinger, ein gelernter Zimmerer, kommt aus der Gemeinde Weitra und gehört seit Mai dieses Jahres der Brückenmeisterei Zwettl an. Im Jahr 2011 war er aus der Privatwirtschaft in den Landesdienst gewechselt und bis jetzt als Springer in verschiedenen Straßenmeistereien tätig.