Erstellt am 07. Oktober 2015, 05:27

Höchster Zuwachs an Arbeitslosen. 878 Personen sind im Bezirk Zwettl derzeit auf Jobsuche, um 20,3 % mehr als im vergangenen Jahr.

Betriebsbesuch des AMS in der Privatbrauerei Zwettl: Leiter Kurt Steinbauer und Harald Resch vom AMS Zwettl, Prokurist Kurt Reiter, Geschäftsführer Karl Schwarz Und AMS-Landesgeschäftsführer Karl Fakler (v. l.).  |  NOEN, Foto: AMS

Mit einem Plus von 20,3 % hat der Bezirk Zwettl im Vormonat den höchsten Zuwachs an Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr in ganz Niederösterreich zu verzeichnen. Im Gegensatz dazu kann der Nachbarbezirk Waidhofen von einer positiven Entwicklung berichten: Dort ging die Zahl der Arbeitslosen um 8,3 % zurück – das beste Ergebnis im Land.

„Steigendes Arbeitskräftepotenzial, weiter zunehmende Beschäftigung bei gleichzeitig steigender Arbeitslosigkeit bilden auch Ende September 2015 den Rahmen für das aktuelle Arbeitsmarktgeschehen“, analysiert Zwettls AMS-Leiter Kurt Steinbauer die Arbeitsmarktlage. Im Vorjahresvergleich nahm die Zahl der Jobsuchenden in Niederösterreich in allen Bezirken – mit Ausnahme von Waidhofen/Thaya und Scheibbs – zu.

Beim Arbeitsmarktservice (AMS) Zwettl waren Ende September Zwettl 878 Personen, davon 439 Frauen (Vorjahr: 354) und 439 Männer (Vorjahr: 376), arbeitslos gemeldet. Damit sind gegenüber dem Monat August um 102 Betroffene (oder minus 11,6 %) weniger vorgemerkt. Der Vergleich zum Vorjahr zeigt hingegen einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 148 Personen oder plus 20,3%. Damit weist der Bezirk Zwettl prozentuell die höchste Steigerung im Bundesland Niederösterreich auf.

Ein Teil dieses Anstieges ist auf die deutlich geringere Anzahl der Schulungsteilnehmer – sie werden statistisch nicht als arbeitslos gezählt – zurückzuführen. Derzeit nutzen 168 Personen diverse Qualifizierungs-angebote des AMS zur beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren es 246, also um 78 Personen oder 46,4% mehr.

Stellenakquisition und Angebote für Ältere

Im vergangenen Monat sind insgesamt 231 Personen arbeitslos geworden, gleichzeitig konnte in 346 Fällen die Vormerkung beim AMS wiederum beendet werden. Davon haben 181 Betroffene wieder eine Beschäftigung aufgenommen, 60 sind in eine Schulung eingetreten und 105 sind aus sonstigen Gründen (Krankenstand, Auslandsaufenthalt, Meldeversäumnis, Wochenhilfe etc.) aus dem Vormerkregister ausgeschieden.

Nach Altersgruppen betrachtet, zeigen sich zwei gegenläufige Trends. Die Jugendarbeitslosigkeit in der Kategorie der unter 25-Jährigen ist um 10,7 % gesunken, während die Arbeitslosigkeit in der 50-Plus-Generation um 37,1 % angestiegen ist. Ende September waren 277 Jobsuchende – also fast jeder Dritte – über 50 Jahre.

„In Anbetracht des schwierigen Arbeitsmarktes für über 50-Jährige ist das AMS mit attraktiven Förderangeboten unterwegs zu den Dienstgebern, um passende Jobs für Ältere zu akquirieren. Gerne informieren wir Unternehmen auch telefonisch unter 02822 / 52983-602 über konkrete Förderungsmöglich-keiten“, so Steinbauer.