Erstellt am 04. Mai 2017, 05:18

von Markus Füxl

Schärdinger lenkt ein. Die Berglandmilch übernimmt jetzt doch die übrig gebliebenen Milchbauern. Sie hofften auf neue Lieferverträge.

Milchbauer Friedrich Gillinger (rechts) wurde bereits von „NÖM“ aufgenommen. Bernhard Holzmann und Reinhold Rauch (v.l.) hofften auf neue Lieferverträge mit Berglandmilch ab Mai.  |  NOEN, Markus Füxl

Nach der Aufregung um die acht vertragslosen Milchbauern im Bezirk Zwettl (die NÖN berichtete ausführlich) dürfte Berglandmilch („Schärdinger“) jetzt einlenken. Nach einer kurzfristig einberufenen Vorstands-Sitzung am 29. April sicherte Geschäftsführer Josef Braunshofer den insgesamt 19 verbleibenden Milchbauern in Nieder- und Oberösterreich ein Angebot zu. Man wolle „die Sache nicht eskalieren lassen“, erklärte Braunshofer laut den Oberösterreichischen Nachrichten Online.

Aufnahmestopp bei Schärdinger gelockert

In der Vorwoche sagte Braunshofer im NÖN-Gespräch noch, dass die Berglandmilch seit Februar keine neuen Bauern aufnehme. Grund dafür sei, dass die bestehenden Milchbauern „so viel produzieren wie noch nie“. Das Argument ließen die Bauern nicht gelten, ihre Milchmenge sei durchaus stemmbar.

Von den damals noch 34 übrig gebliebenen Milchbauern nahm mittlerweile die Gmundner Milch sämtliche Betriebe aus ihrem ehemaligen Liefergebiet zurück. Auch die Schlierbacher Molkerei hat drei Betriebe übernommen. Übrig blieben 19 Milchbauern, die bisher auf einen Liefervertrag hofften.

Damit die verbleibenden Bauern ab 1. Mai ihre Milch nicht wegleeren mussten, organisierte die IG-Milch eine Milchsammlung bis zum ersten Maiwochenende . Bis dahin soll auch die Übernahme der „Milchrebellen“ vollzogen sein.

Rückkehr unter schlechterer Kondition

Fest steht, dass die Rückkehrer einen schlechteren Preis bekommen werden, als die übrigen Mitglieder der Molkerei. Die 19 Milchbauern werden einige Cent pro Liter weniger erhalten.

Es seien bereits Mitarbeiter der Berglandmilch betraut worden, die nötigen Transportkapazitäten abzuklären. Von den 19 Bauern kommen 13 aus Niederösterreich (Großteil Waldviertel) und sechs aus Oberösterreich.

Auf Anfrage der NÖN wollte Johannes Bauer keine Auskunft über den Stand der Verhandlungen mit der Berglandmilch geben. Bauer hatte vergangene Woche ein Pressegespräch mit den betroffenen Bauern im Bezirk organisiert.