Zwettl , Waidhofen an der Thaya

Erstellt am 03. August 2016, 05:32

von René Denk

„Riesenbärenklau“: Giftige Pflanze im Garten. Nach einem Tag wurde Hautkontakt mit Pflanze für Sonnenbrand gehalten. Später kam eine zehn mal fünf Zentimeter große Blase. Drei bis vier Wochen Genesungsdauer.

Direkten Hautkontakt mit dem „Riesenbärenklau“ machte ein Mann aus der Bezirk Zwettl, der die im Bild dargestellten Verletzungen davontrug: Eine zehn mal fünf Zentimeter große Blase und Verbrennungen zweiten Grades.  |  NOEN, privat

noen, privat

Schreckliche Bekanntschaft hat ein Mann aus dem Bezirk mit der giftigen Pflanze „Riesenbärenklau“ gemacht. Er und seine Frau, aus dem Bezirk Waidhofen möchten anonym bleiben, jedoch anhand seines Beispiels vor der heimtückischen Pflanze warnen.

Der Mann führte mit nacktem Oberkörper am Vormittag des 27. Juli daheim Gartenarbeiten durch. Er kannte die Pflanze und ihre Gefährlichkeit nicht und nahm nicht wahr, dass er mit ihr in Berührung kam. Am nächsten Tag, dem Donnerstag bemerkten beide, dass er auf der linken Seite Hautrötungen hatte - ein Sonnenbrand wurde vermutet.

Dann, am Freitag bildeten sich bereits kleine Bläschen. Der Mann ging zu seinem Hausarzt, der ebenfalls an einen Sonnenbrand dachte und ihn diesbezüglich Arznei verschrieb. „Am Freitag bildete sich dann diese Riesenblase“, schildert die Gattin. Das Paar fuhr noch in den Abendstunden in das Krankenhaus Waidhofen.

Blüten ähnlich wie Holunder

Der äußerst giftige giftigen Riesenbärenklau kommt auch in naturbelassenen Gärten im Waldviertel vor. Größte Vorsicht ist geboten.  |  noen, shutterstock/Mikhail Priakhin

Auch dort wusste man über die möglichen Ursachen nicht Bescheid und so wurde das Paar in die dermatologische Abteilung des Krankenhauses St. Pölten verwiesen. Da es bereits Nacht war, entschied sich das Paar erst am nächsten Tag zu fahren, wo die Blase bereits am Vormittag ihre größte Ausprägung erlangte. „Die Blase war geschätzt schon zehn mal fünf Zentimeter groß“, schildert seine Frau weiter.

Im Krankenhaus St. Pölten wusste der behandelte Arzt dann sofort: „Ein ganz typischer Fall von Bärenklaue.“ Die Blase wurde aufgestochen und er wurde verbunden. Weiters wurden Verbrennungen zweiten Grades festgestellt. Die vorraussichtliche Genesung wird drei, bis vier Wochen dauern. Dem Mann wurde eine Kortisonsalbe verschrieben und ein Verband angelegt. „Wir denken, es ist schon wichtig, dass die Menschen vor dieser Pflanze gewarnt sind. Sie hat Blüten ähnlich wie der Holunder“, sagt die Gattin.

Jetzt kennen die beiden die Pflanze. Bereits am nächsten Tag grub sie vier Riesenbärenklauen großflächig aus, um sie aus dem Garten zu vertreiben.

Die giftige Pflanze

Die Riesenbärenklaue (auch: Heracleum mantegazzianum) ist eine aggressive Pflanze, die das Wachstum anderer Pflanzen in ihrem Bereich verhindert. Sie kann bis zu fünf Meter hoch werden. Jede Pflanze bildet 10.000 bis 50.000 Samen, die auch Wasser überleben. Erkennen kann man die Staude, weil bei ihr alles ein bisschen größer ist, als bei den Pflanzen, die ihr ähneln. Sie hat stark gefiederte Blätter und weiße bis rosa Blüten, die einer Holunderblüte ähneln können. Der Stängel am Boden kann bis zu zehn Zentimeter dick werden.
Bei Kontakt mit der auch „Herkulesstaude“ genannten Pflanze kommt es in Verbindung mit Sonnenlicht zu einer fototoxischen Reaktion, die leichte bis schwere Verbrennungen verursachen kann. Selbst drei Tage nachdem Kontakt mit dem Pflanzensaft, kann das Sonnenlicht noch zu Hautrötungen oder Blasen führen.
Vorkommen: Der Riesenbärenklau kommt häufig an Flüssen und Bächen und an Wegesrändern vor. Er schaffte es aber auch oft in naturbelassenen Gärten. Er braucht nährstoffreiche Böden, die nicht zu trocken sind.
Bekämpfung: Die Wurzel sollte herausgerissen werden, am besten aber so, dass man den oberen Wurzelbereich zuerst ausgräbt. Zumindest sollte man zehn bis fünfzehn Zentimeter in die Erde graben. Der Austrieb findet jetzt gerade statt. „Die Samen waren beim Ausgraben noch grün“, erklärte die Gattin des Verletzten.