Zwettl

Erstellt am 14. Juli 2016, 05:28

von Norbert Riegler

Ein „Stiller“ wird 75. Der Zwettler Bildhauer Gerhard Lechner hat in seiner Heimatstadt zahlreiche künstlerische Spuren hinterlassen.

Auch der Brunnen vor dem Institut der Schulschwestern wurde von Gerhard Lechner (kl. Foto), der seinen 75. Geburtstag feiert, geschaffen. privat  |  NOEN, privat

Der vielseitige Zwettler Künstler Gerhard Lechner feiert seinen 75. Geburtstag. Lechner ist ein stiller Mensch, behutsam und sparsam auch im Umgang mit seiner Umwelt. Er lebt und arbeitet zurückgezogen in Stift Zwettl in der Waldrandsiedlung.

Kein anderer Künstler hat in der Stadt Zwettl in den letzten Jahrzehnten so viele Spuren hinterlassen wie Gerhard Lechner. So gibt es von ihm neben dem Brunnenobjekt im Kreisverkehr einen Brunnen beim Institut der Schulschwestern, das ökumenische Kreuz beim Eislaufplatz, ein Kreuz auf dem Propsteifriedhof bei der neuen Urnengräberanlage, die Skulptur „Perseus mit dem Haupt der Medusa“ beim Gymnasium, die Skulptur „Zehn Gebote“ in der Martinskirche sowie weitere Werke, die sich in Privatbesitz befinden.

Die Bildhauerei als Entfaltungsmöglichkeit

Gerhard Lechner wurde am 15. Juli 1941 in Gleissenfeld (NÖ) geboren und wuchs in Zwettl auf. Er war viele Jahre bis zu seiner Pensionierung als Diplomsozialarbeiter tätig. Bereits in der Schulzeit wurde seine künstlerische Begabung erkannt und vom späteren Direktor der Hauptschule, Leopold Weiß, gefördert. Seit 1990 beschäftigte er sich besonders mit der Bildhauerei. Über die früheren Anfänge mit Malerei und Grafik, hat er mit der Plastik eine Entfaltungsmöglichkeit gefunden, die seinem Wesen am nächsten entgegenkommt.

Betrachtet man seine Werkfülle, die er seit 1990 geschaffen hat, so zeigt sich darin ein konsequent Tätiger, der versucht, seine schöpferischen Fähigkeiten in den zu bearbeitenden Materialien zum Ausdruck zu bringen. Lechner ringt mit dem Material, er bearbeitet es, er macht es lebendig und er zeigt eine Vielfalt, die von hoher Qualität und Kreativität geprägt ist. Die Struktur des Ausgangsmaterials zu erfühlen, damit umzugehen, damit zu arbeiten, gelingt ihm in einer ans Absolute grenzenden Weise.

Das Bestechende an Lechner ist, dass er mit vielen Werkstoffen umgehen kann, sei es Stein, Holz oder Metall, und dabei stets versucht, sowohl im Gegenständlichen als auch im Abstrakten einen eigenen Weg und eigenen Stil zu entwickeln.

Eine eher unbekannte Seite ist sein umfangreiches malerisches Werk, wobei seine Motive häufig in figuralen Kompositionen in Acryl und Öl eine meisterhafte Beherrschung seines Könnens widerspiegeln.