Großgöttfritz

Erstellt am 03. August 2016, 05:03

von Markus Füxl

Großgöttfritz ist Vorzeigegemeinde. Gemeinde nimmt bundesweit den achten Platz ein.

1989 bezeichnete die damalige NÖN Großgöttfritz als „Armutschkerl“. Heute freut sich Bürgermeister Johann Hofbauer, dass die Gemeinde in der KDZ-Analyse zur Bonität auf Platz Acht liegt.    |  noen, Markus Füxl

Die Gemeinde Großgöttfritz landete im österreichweiten Bonitätsranking auf Platz Acht. Sie war auch in den beiden Vorjahren unter den ersten Zehn. In ihrer jährlichen Analyse prüft das Zentrum für Verwaltungsforschung (KDZ) die Finanzen aller 2.100 österreichischen Gemeinden. Kerndimensionen sind dabei Ertragskraft, Eigenfinanzierungskraft, Verschuldung und finanzielle Leistungsfähigkeit.

Laut Bürgermeister Johann Hofbauer ist der Erfolg nicht zufällig, die gute Platzierung habe man sich hart erarbeitet: „Wir setzen bei Bauvorhaben auf Nachhaltigkeit und geben kein Geld für Prestigeobjekte aus. Jeder Euro wird mehrfach umgedreht.“

Der Bürgermeister verweist darauf, dass die Gemeinde 1988 neben Altendorf und Pfaffenschlag noch zu den drei ärmsten Gemeinden von NÖ zählte. In der damaligen NÖN bezeichnete Andreas Dirnberger die Gemeinde als „Armutschkerln“- das Pro-Kopf-Einkommen betrug 3.565 Schilling, ein Siebentel des damaligen Spitzenreiters Vösendorf. Über die Jahre hat man stark aufgeholt, jetzt liegt Großgöttfritz im KDZ-Ranking im Spitzenfeld Österreichs.

Kosten dürften auch nach Bauende nicht ausufern

Die Platzierung ist vor allem in Relation zur Erwerbsquote beachtlich. 961 Gemeinden liegen mit Großgöttfritz in der selben Gemeindegrößen-Kategorie mit 1.000 bis 2.500 Einwohnern. Diese Kategorie stellt auch mit Abstand die größte Gruppe dar. Durchschnittlich haben laut KDZ-Analyse in Relation zur Gruppengröße Gemeinden zwischen 2.501 und 5.000 Einwohnern die beste Bonität.

Die Sparmeister aus Großgöttfritz planen vor allem bei Bauvorhaben weit voraus: „Gebaut ist schnell. Bei den Erhaltungskosten hilft dir niemand. Wir schauen, dass auch nach Bauende die Kosten nicht ausufern“, meint Hofbauer.

Um Energiekosten zu reduzieren, legt die Gemeinde mehrere Einrichtungen zusammen. So kommen Bauhof, Gemeindeamt, Bücherei, Blasmusik und Musikschule in einem Gebäude unter. Auch die Volksschule und der Kindergarten werden in einem Haus geführt.