Erstellt am 02. März 2016, 05:19

von Brigitte Lassmann-Moser

Brücken ohne Gehwege: Schildbürger am Werk?. Grüne kritisieren fußgängerfeindliche Brücken, seitens des Landes werden die Bedenken aber zerstreut.

Für die Grünen ein Schildbürgerstreich - die »fußgängerfeindliche« Brücke zwischen Rudmanns und Zwettl. Im Bild Ewald Gärber, Klubobfrau Helga Krismer, Zwettl-Obfrau Silvia Moser und Bezirkssprecher Andreas Piringer (v. l.).  |  NOEN, Brigitte Lassmann-Moser

Die Grünen Niederösterreich kürten die im Zuge der Zwettl-Umfahrung errichtete Brücke zwischen Rudmanns und dem Gewerbegebiet zum „Schildbürgerstreich des Monats“. Grund: Es sei bei dieser Brücke, wie auch bei einigen anderen, auf Gehwege vergessen worden.

„Bei einzelnen Brücken wurden Fußgeher nicht berücksichtigt. Das bedeutet offenbar: Fußgeher unerwünscht“, so Helga Krismer, Klubobfrau der Grünen, beim Lokalaugenschein am Freitag vor Ort. Als besonders gefährlich erachtet sie die Brücke zwischen Rudmanns und dem Gewerbegebiet.

Wer diese zu Fuß queren möchte, muss auf der Fahrbahn gehen. Auf der Brücke gibt es zwar einen schmalen Weg zwischen Leitschiene und Brückengeländer – um diesen zu erreichen muss man jedoch über die Leitschienen klettern. Viele Schüler der Schulen am Edelhof und Rudmannser gehen auf dieser Straße zum Einkaufen ins Gewerbegebiet.

Die Umfahrung verschlingt so viel Steuergeld,
da sollte man erwarten können, dass ein Großteil
in die Verkehrssicherheit investiert wird.
Helga Krismer

„Was sich die Planer dabei gedacht haben, würde ich gerne wissen. Die Umfahrung verschlingt so viel Steuergeld, da sollte man erwarten können, dass ein Großteil in die Verkehrssicherheit investiert wird. Dass die Fußgänger auf der Fahrbahn gehen müssen, ist hochgefährlich. Deswegen verlange ich umgehend eine Lösung seitens der Bauleitung“, so Helga Krismer, die in ihrer Forderung von den Zwettler Grünen unterstützt wird. „Als Fußgänger hat man hier überhaupt keine Chance“, so deren Obfrau Silvia Moser.

Seitens der zuständigen Abteilung des Landes wird darauf verwiesen, dass etwa 200 Meter nördlich dieser Brücke eine weitere Überführung über die Trasse errichtet wurde. Dort wird der bestehende Wirtschaftsweg, der sogenannte „Gschwendtweg“, über die Trasse geführt, welcher in weiterer Folge über einen Wirtschaftsweg, der neu errichtet wird, der Trasse entlang bis hin zum bestehenden Hofer-Kreisverkehr führt und in diesen mündet.

Die nördlichere Brücke zu benützen sei zwar ein kleiner Umweg, dafür sei dieser Weg für Fußgänger und Radfahrer aber wesentlich sicherer, da er abseits vom Verkehr liegt.