Erstellt am 04. Januar 2016, 10:03

von NÖN Redaktion

Caritas tritt Gerüchten entgegen: „Das ist pure Erfindung“. Es werden von der Caritas keine Handys, Einkäufe, Putzfrauen etc. für Flüchtlinge bezahlt. „Geschichten entsprechen nicht der Wahrheit!“

Caritasmitarbeiter Christian Scheidl ist im Waldviertel für Asyl & Integration zuständig. Foto: Caritas  |  NOEN, Caritas

Am Stammtisch, in öffentlichen Diskussionen oder in Social Media-Kanälen wie Facebook häufen sich Gerüchte, dass die Caritas Flüchtlingen Handys, Handyrechnungen, Flachbildfernseher, Zigaretten oder andere Luxusartikel bezahle. „Diese Geschichten entsprechen jedoch in keinster Weise der Wahrheit und sind pure Erfindung“, tritt man seitens der Caritas diesen Gerüchten nun entgegen.

„Die Caritas bezahlt keine Handys,
Gesprächsgebühren oder andere
Luxusartikel.“
Christian Scheidl, Caritas

Flüchtlinge würden in diversen Geschäften einkaufen und beim Bezahlen auf die Caritas verweisen. Das soll etwa in Zwettl in einem Elektrogeschäft oder in der Trafik bereits der Fall gewesen sein.

„Die Caritas bezahlt keine Handys, Gesprächsgebühren oder andere Luxusartikel, ebenso keine Putzfrauen und sonstige Dienste. Die Caritas verteilt auch keine Gutscheine für Mobiltelefone – weder für Asylwerber noch für andere Personen“, erklärt dazu der im Waldviertel für Asyl & Integration zuständige Christian Scheidl.

„Die Hauptaufgabe der Caritas im Waldviertel ist es, ehrenamtlichen Menschen, Initiativen und Pfarren in ihrer Flüchtlingsarbeit zu unterstützen, zu informieren und zu vernetzen“, so Scheidl. „Bei Infoveranstaltungen, Weiterbildungen und Vernetzungstreffen stellen die Mitarbeiter der Caritas ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre Kompetenz zur Verfügung. Des Weiteren bietet die Caritas rechtliche Flüchtlingsberatung für Asylwerber und Sozialrechtsberatung für Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte an. Das sind Menschen, deren Asylverfahren bereits abgeschlossen ist.“

Kriterien genau festgelegt und streng überprüft

Dort, wo die Caritas als Quartiergeber tätig ist (in der Diözese St. Pölten derzeit in Melk, Horn und Eggenburg), erhalten Asylwerber von der Caritas nur die Leistungen aus der Grundversorgung. Finanziert werden diese durch die öffentliche Hand (Land und Bund) und werden eins zu eins an die Asylwerber weitergegeben.

In einem Selbstversorger-Quartier erhalten sie täglich 5,50 € pro Tag an Lebensmittelgeld, um damit selbst einzukaufen und zu kochen. Einmal jährlich erhalten sie dazu Bekleidungsgutscheine im Wert von 150 €, sowie pro Schulkind 200 Euro Schulgeld im Jahr. Die Kriterien um Hilfeleistungen zu bekommen sind genau festgelegt und werden streng überprüft.

Besonders nachdenklich stimmt es Christian Scheidl, dass Mitarbeiter der Caritas am Telefon oder persönlich angegangen, beschimpft und auch bedroht werden. „Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen ehrenamtlichen Unterstützern für ihren unermüdlichen Einsatz bedanken.“