Erstellt am 16. Dezember 2015, 06:33

von Brigitte Lassmann-Moser

Credo: „Hände weg von unseren Wäldern“. Bürgerinitiativen protestierten in Zwettl gegen die geplante Errichtung von Windrädern im Wald.

»Hände weg von unseren Wäldern« war das Credo des Protestmarsches gegen Windräder im Wald am Samstag in Zwettl. Bei der Abschlusskundgebung sprachen Alfred Schmudermayer, Manfred Maier, Joachim Angerer, Günther Maier, Christoph Terrer und Wolfgang Lechthaler (v. l.).  |  NOEN, Foto: Brigitte Lassmann-Moser

Rund 200 Bürger (Angabe laut Veranstalter) nahmen am Samstag, 12. Dezember, am Protestmarsch durch die Zwettler Innenstadt teil, um auf diese Weise gegen geplante Windräder in den Wäldern des Waldviertels zu protestieren. Aufgerufen zu dieser Demonstration – eine solche fand übrigens auch schon in Horn statt – hatten Christoph Terrer aus Sallingberg und Günter Maier aus Großgöttfritz als Vertreter zweier Bürgerinitiativen.

Nach dem Marsch durch die Stadt fand am Dreifaltigkeitsplatz eine Abschlusskundgebung statt, durch die der Biologe und „selbst Leidtragende“ Wolfgang Lechthaler führte. Alfred Schmudermayer, Vertreter einer Bürgerinitiative aus dem Bezirk Horn, trug die Geschichte „Wie aus dem Waldviertel das Windradviertel wurde“ vor. „In anderen Regionen ist das leider kein Märchen mehr“, so Schmudermayer. Der Mediziner Manfred Maier ging auf den Infraschall ein, dessen gesundheitliche Auswirkungen seiner Meinung nach „bagatellisiert und verharmlost“ werden.

„Windrad-Wahnsinn muss gestoppt werden“

„Dieser Windrad-Wahnsinn muss einfach gestoppt werden“, so Günther Maier, Sprecher der Bürgerinitiative „Unsere Heimat“, der die Energiepolitik des Landes heftig kritisierte. Das Land habe sein Energieziel, 100 % Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu erzeugen, erreicht, jetzt hätte der Schutz der naturnahen Wälder Vorrang.

Unterstützung finden die Windkraftkritiker auch beim Geraser Altabt Joachim Angerer. „Dieses Land verdient es einfach, dass wir es lieben und schätzen“, so Angerer. Die Probleme des Waldviertels könnten, betonte Angerer, nicht gelöst werden, „indem wir Windräder im Wald errichten“.
 

Andrea Neuwirth trug dann Grußbotschaften prominenter Unterstützer vor: von „Extremschrammel“ Roland Neuwirth, Autor Robert Menasse, Schriftstellerin Erni Mangold…
Das Schlusswort sprach dann Christoph Terrer, Sprecher der Bürgerinitiative „Unser Lebensmittelpunkt“: „Unsere Proteste werden nicht ruhen…!“

Wenig Freude hatten mit diesem Protestmarsch im Vorfeld die Zwettler Kaufleute, da er just am umsatzstärksten Tag des Jahres stattfand und die Veranstalter auf die Bitte, die Demonstration örtlich oder zeitlich zu verschieben, nicht eingegangen waren. „Es zeigte sich aber dann, dass diese Demonstration ein überschaubares Maß nicht überschritten hat und ein innerstädtisches Verkehrschaos daher ausgeblieben ist“, zeigte sich WTM-Obmann Martin Fichtinger beruhigt. Auf Wunsch der Bezirkshauptmannschaft war übrigens die ursprüngliche Marschroute um einiges verkürzt worden, um neuralgische Verkehrspunkte zu umgehen.