Erstellt am 20. April 2016, 05:34

von Brigitte Lassmann-Moser

Das Thema „NEF“ bewegt die Bürger. Auch wenn die Ausschreibung noch läuft, setzen sich Bürgermeister schon jetzt für Standort in der Region ein.

Die Bürgermeister Harald Vogler (Bad Großpertholz), Josef Wagner (Rappottenstein), Alfred Hennerbichler (Arbesbach), Arnold Bauernfried (Bärnkopf), Martin Bruckner (Großschönau), Maximilian Igelsböck (Groß Gerungs), Manfred Stauderer (Altmelon), Ewald Fröschl (Schönbach) und Herbert Gottsbachner (Langschlag, v. l.) kämpfen um den Erhalt des Notarzteinsatzfahrzeug-Standortes in der Region.  |  NOEN, Brigitte Lassmann-Moser
Sieben Bürgermeister aus dem Westen des Bezirks Zwettl sowie zwei aus dem benachbarten Bezirk Gmünd unterzeichneten am Freitag in Groß Gerungs eine an Landeshauptmann Erwin Pröll gerichtete Resolution, in der sie auf die Bedeutung des Standortes des Notarzteinsatzfahrzeuges (NEF) in der Region hinweisen.

Initiator Bürgermeister Maximilian Igelsböck freute sich nicht nur über die „geballte kommunalpolitische Kompetenz“ – man zieht in dieser Sache bezirks- und parteiübergreifend an einem Strang –, sondern auch über das große Interesse der Bevölkerung, die zu diesem Termin eingeladen war und davon auch stark Gebrauch machte. Igelsböck: „Das Thema bewegt!“

Der Gerungser Bürgermeister erläuterte dann auch den Sachverhalt: Bekanntlich ist derzeit die Notfallversorgung des ganzen Landes EU-weit ausgeschrieben. Niederösterreich wurde dafür in Zonen eingeteilt, sogenannte Lose. Das Los 8 umfasst die Bezirke Zwettl, Waidhofen und Gmünd, wo es derzeit drei Notarztwagen und zwei Notarzteinsatzfahrzeuge gibt. Künftig sollen nur noch Notfalleinsatzfahrzeuge zum Einsatz kommen.

Bedingung: zwei NEF pro Los

Der zukünftige Betreiber muss, so lautet die Bedingung in der Ausschreibung, mindestens zwei NEF pro Los installieren. Voraussetzung ist auch, dass innerhalb von 20 Minuten 90 % der Bevölkerung mit einem NEF erreicht werden können. Da in der Ausschreibung von „mindestens zwei Fahrzeugen“ die Rede ist, „kann durchaus Druck gemacht werden“, so der Gerungser Stadt-Chef.

Seit zwölf Jahren ist ein Notfalleinsatzfahrzeug beim Samariterbund in Groß Gerungs stationiert – erst im Vorjahr wurde ein neues Fahrzeug in Dienst gestellt. „Es ist zu einer unverzichtbaren Einrichtung geworden“, so Igelsböck, der auch auf die „ausgezeichnete Zusammenarbeit“ aller Rettungsorganisationen hinwies.

Obgleich die Ausschreibung noch läuft – die Frist wurde verlängert –, preschen die Bürgermeister mit dieser Resolution vor. Igelsböck will gemeinsam mit seinen Amtskollegen eine „objektive und sachlich nachvollziehbare Entscheidung über den zukünftigen Standort“ erreichen, denn „wenn man das Notarzteinsatzfahrzeug nicht richtig positioniert, gehören unsere Randbereiche zu den 10 %, die nicht innerhalb der gesetzten Zeit erreicht werden können!“ Igelsböck bat die Bevölkerung um Unterstützung. „Die Bürger sollen Multiplikator sein!“, appellierte er.

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Ausbau auf 24 Stunden wäre sogar erforderlich

Die von den neun Bürgermeistern unterfertigte Resolution wird an Landeshauptmann Erwin Pröll, seinen (Noch-)Stellvertreter Wolfgang Sobokta, die Landesräte Maurice Androsch und Karl Wilfing sowie die Obleute der Gemeindevertreterverbände Alfred Riedl und Rupert Dworak gehen. Darin wird – untermauert mit Daten und Fakten – um Unterstützung gebeten: „Um eine notärztliche Versorgung der Bevölkerung in unserer Region zu gewährleisten, ist eine Erhaltung des NEF-Stützpunktes Groß Gerungs nicht nur unbedingt notwendig, sondern es wäre sogar der Ausbau auf 24 Stunden erforderlich.“

„Das Notfalleinsatzfahrzeug ist zu einer unverzichtbaren Einrichtung geworden.“
Maximilian Igelsböck

Was ist NEF?

Ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) ist ein technisch hochausgerüstetes Fahrzeug, mit dem der Notarzt zum Patienten kommt. Es dient der präklinischen Versorgung von Notfallpatienten, die ärztlicher Hilfeleistung bedürfen. Der Patient wird aber nicht mit diesem Fahrzeug transportiert, sondern von einem Rettungswagen übernommen.

Der Samariterbund Groß Gerungs betreibt das Notarzteinsatzfahrzeug in der Region, das ein 12-Stunden-NEF ist, also nur nachts zum Einsatz kommt. Tagsüber soll der Transport der Patienten mit Rettungshubschraubern gewährleistet sein.

NEF Groß Gerungs

Der NEF--Stützpunkt Groß Gerungs betreut rund 15.000 Bürger sowie rund 100.000 Nächtigungsgäste jährlich alleine in Groß Gerungs. Es fährt rund 180 Einsätze pro Jahr und wird seit Beginn als „Vorzeige--Stützpunkt“ betitelt.

Hierbei wurde in diesen Jahren mehr als ein Drittel der zu besetzenden Stunden von ehrenamtlichen Notfallsanitätern geleistet, der Rest entfiel auf hauptberufliche Notfallsanitäter.
Der NEF-Stützpunkt Groß Gerungs verfügt über einen selbst organisierten überregionalen Ärztepool mit derzeit 18 Notärzten.

Eine Garantie für die Verfügbarkeit von Notärzten ist gegeben.