Erstellt am 20. Januar 2016, 05:08

von René Denk

Diebe durch Stadt verfolgt. OBI-Marktleiter Stephan Lamatsch und Mitarbeiter Christoph Mold verfolgten Diebespaar und informierten die Polizei ständig über den aktuellen Standort: Geschnappt!

Zeigten echte Zivilcourage und verfolgten das tschechische Diebespaar durch Zwettl, bis die Polizei sie ergreifen konnte: OBI-Mitarbeiter Christoph Mold aus Großweißenbach (links) und Marktleiter Stephan Lamatsch aus Eggendorf am Walde (rechts).  |  NOEN, Foto: René Denk

Enorme Zivilcourage bewiesen OBI-Marktleiter Stephan Lamatsch und Mitarbeiter Christoph Mold am 15. Jänner. Mitarbeiter beobachteten sich auffällig verhaltende Personen, die am Ende eines Verkaufsregals verschiedene Waren zusammenlegten, und informierten den 42-jährigen Marktmanager. „Als sie die Kassa ohne zu zahlen passierten, habe ich ‚Stopp, Kontrolle‘ gerufen. Sie sind weitergegangen, und am Parkplatz fingen sie dann zu laufen an“, schildert Lamatsch die Szenen, die sich gegen 13.15 Uhr abspielten.

Spontan die Verfolgung aufgenommen

Daraufhin nahmen der 42-jährige Marktleiter und Mold spontan die Verfolgung auf, dabei hielt Lamatsch über Handy ständigen Kontakt mit der Polizei. Das diebische Tschechenpaar (ein 66-Jähriger und eine 52-Jährige) rannte an der B 38 entlang und bog dann beim Berger-Kreisverkehr in die alte Kremser Straße ein. Im Bereich des Autohauses Bussecker ging die Jagd über die Wohnhausanlage weiter. Dort ließen die Tschechen das Diebesgut in einem Gebüsch zurück.

Der aus Eggendorf am Walde stammende Lamatsch und Mitarbeiter Mold ließen sich davon nicht ablenken und verfolgten das Pärchen weiter, das mittlerweile schon nervöser geworden sein dürfte: Die Route führte quer durch eingezäunte Gärten in Richtung Innenstadt. Etwa auf Höhe des Busbahnhofes in der Nähe des Feuerwehrhauses warfen sich die Tschechen eine steile und stark verwachsene Böschung hinunter. „Sie liefen dann panisch auf Straße und wollten mit allen Mitteln ein Auto aufhalten, um mitzufahren. Sie haben sich fast vor die Autos geworfen“, erzählt Lamatsch im NÖN-Gespräch.

„Wir haben immer einen Sicherheitsabstand gehalten.
Sie wussten immer, dass wir ihnen auf den
Fersen sind“ Der Zwettler OBI-Marktleiter Stephan Lamatsch.

Über die Böschung stürzten sich der Marktleiter und sein Mitarbeiter aus Großweißenbach aber nicht mehr: Kurz nachdem die Tschechen verzweifelt versuchten, ein Auto zu stoppen, waren bereits die Polizisten da, die die Tschechen schnell einkassierten.

Diese zehn Minuten Verfolgungsjagd waren für Lamatsch nicht die Ersten: Insgesamt schon drei Mal verfolgte er im Geschäftsbetrieb Diebe und konnte der Polizei bei der Ergreifung maßgeblich durch die Übermittlung des Standortes helfen. Angst hatte er dabei auch diesmal nicht: „Wir haben immer einen Sicherheitsabstand gehalten. Sie wussten immer, dass wir ihnen auf den Fersen sind. Wir hätten sie auch nie angefasst, das ist Aufgabe der Polizei“, fasst der Marktleiter die packenden Szenen zusammen.

Lamatsch war bei der Verfolgungsjagd auch von der Hilfsbereitschaft der Bürger beeindruckt und schildert eine Szene mit einer Stammkundin: „Eine Mutter, die Tochter und Enkelkind im Auto sitzen hatte, fragte, ob sie uns helfen kann. Wir lehnten dankend ab, mit einem Kleinkind ist das zu gefährlich“, meint der Marktleiter. Warum auch Mold die Verfolgung mit Lamatsch aufnahm: „Er ist seit Jahren ein engagierter Mitarbeiter, das hat sich in dem Fall spontan so ergeben“, meint der 42-jährige abschließend.

Übrigens: Das Tschechenpaar ließ ihr Auto dem Vernehmen nach deshalb auf dem Parkplatz stehen und floh zu Fuß, weil dort weiteres belastendes Diebesgut gegen zu finden war. Abgesehen hatten es die Diebe vor allem auf Akkus, LED-Lampen, Steckdosen, Handyhalter, Kettensäge-Öl… Die Schadenshöhe liegt im dreistelligen Euro-Betrag.