Erstellt am 29. Januar 2016, 05:18

von Maria Moll

Neujahrskonzert: Dirigent voller Elan. Echsenbach ist einer der Lieblingstermine des NÖ Tonkünstlerorchesters, das ein abwechslungsreiches Programm bot.

Konzertmeister Vahid Khadem-Missagh (l.), Dirigent Phillipp Pointner (4. v. l.) und Rebecca Nelsen, Sopran, (in weißer Robe), wünschten in Echsenbach mit Gesang und Orchesterklang ein gutes neues Jahr. Bürgermeister Josef Baireder (r.) begrüßte zum Neujahrskonzert die Sponsoren von Hartl Haus (vorne, v. r.) Peter und Roland Suter mit Gattin Angelika sowie Gerald Rössl, Prokurist der Firma Swietelsky (3. v. r.). Zu den Ehrengästen zählten Bezirkshauptmann Michael Widermann (Mitte) und Vizebürgermeister Wolfgang Sinhuber (2. v. l.).  |  NOEN, Maria Moll

„Einer meiner Lieblingstermine im Reigen der 17 Neujahrskonzerte der NÖ Tonkünstler ist der in Echsenbach“, betonte Programmgestalter und Dirigent Alfred Eschwé im Interview zum Auftakt der Konzerttournee.

„Der ganze Ort ist auf den Beinen, wenn die Tonkünstler kommen.“ Am 20. Jänner war es so weit. Pünktlich begrüßte Bürgermeister Josef Baireder im Festsaal des Gasthauses Klang. Dann betrat Dirigent Phillipp Pointner voller Elan die Bühne und eröffnete zusammen mit den etwa 40 Musikern das Konzert.
Duftig zart begann es mit der Ouvertüre zur Operette „Pique Dame“ von Franz von Suppé. Als der Dirigent zudem von der schönen Anreise schwärmte, gekrönt durch die prächtige Winterstimmung vor Ort, hörte das Publikum interessiert zu.

Ein anmutiger Blickfang mit herrlichem Sopran war Rebecca Nelsen. Mit der Arie „Je veux vivre“ der frisch verliebten Julia – aus der Oper „Romeo et Juliette“ von Charles Gounod – brachte sie frühlingshafte Stimmung in den Raum. Melancholisch und voller Selbstzweifel hingegen die Arie „E strano!...Ah, fors’e lui“ der Violetta, einer alternden Kurtisane, aus der Oper „La Traviata“ von Giuseppe Verdi.

Zweiter Teil war eher der Operette gewidmet

Dazwischen waren spezielle Orchesterstücke zu hören, in launiger Moderation durch den Dirigenten vorgestellt. Eine Polka aus der Ballettsuite „Der Bolzen“ von Dmitri Schostakowitsch, die Polka schnell „Leichtes Blut“ von Johann Strauss Sohn oder die populären „Polowetzer Tänze“ aus Alexander Borodins Oper „Fürst Igor“. Die „Melodie F-Dur“ von Anton Rubinstein, ursprünglich für Klavier geschrieben, wurde als Orchesterfassung geboten, wobei Solocello und Solohorn besonders hervortraten. Zünftig ging es mit „Les Toreadors“, dem Einzugsmarsch der Toreros aus „Carmen“ von George Bizet, in die Pause.

Traditionsgemäß war der zweite Teil des Konzerts, beginnend mit dem „Florentiner Marsch“, mehr der Operette gewidmet. Rebecca Nelsen sang zwei „Schlager“ von Franz Lehar: „Es lebt eine Vilja“ aus „Die Lustige Witwe“, wobei das Publikum als Chor „einsprang“, und „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ aus „Giuditta“. „Delirien“, ein Walzer von Josef Strauss, führte Dirigent Phillipp Pointner zu manch humorvoller Überlegung bezüglich des Echsenbacher Schnapsglasmuseums. In der „Buchstaben-Polka“ – vom selben Komponisten – boten die Musiker auch Sprechgesang.

Auf die „Künstler-Quadrille“ war das Publikum bestens vorbereitet, denn viele Zuhörer stellten treffend fest, dass Johann Strauss Sohn Themen aus Werken von insgesamt zehn Komponisten dafür verwendet hatte. Von Johann Strauss Vater stammte der „Seufzer- Galopp“. Und im Walzer „Gold und Silber“ von Franz Lehar war auch der Klang der Harfe zu hören.

Die fein klingenden, abwechslungsreichen Darbietungen wurden mit reichem Applaus und „Standing Ovations“ bedacht. Dafür dankten die Musiker mit zwei Zugaben, der Polka „Auf der Jagd“ und dem „Radetzkymarsch“.