Erstellt am 27. Mai 2016, 05:54

von Maria Moll

Eine Kulturgeschichte des Stiftes Zwettl. Der ehemalige Stiftsarchivar Martin Haltrich verfasste den 16. Band der „Zwettler Zeitzeichen“, der jetzt vorgestellt wurde.

Zur Präsentation des 16. Bandes der Zwettler Zeitzeichen von Martin Haltrich (Mitte) fanden sich zahlreiche Gäste ein: Vizebürgermeister Hannes Prinz, Bürgermeister Herbert Prinz, die Fotografen Werner Fröhlich und Franz Berger, Abtpräses Wolfgang Wiedermann, Stadtarchivar und Initiator Friedel Moll (v. l.).  |  NOEN, NÖN

Band 16 der Zwettler Zeitzeichen, eine „Illustrierte Kulturgeschichte des Stiftes Zwettl“, wurde am Abend des 20. Mai im Festsaal des Stiftes Zwettl präsentiert.
Eigentlich sollte, nach einer Idee von Abt Wolfgang Wiedermann, ein neuer Fremdenführer für das Stift Zwettl gestaltet werden. Das Problem war, dass das Stift mitten in den Renovierungsarbeiten steckte und das Projekt deshalb ad acta gelegt wurde. „Friedel Moll und die Stadtgemeinde sind eingesprungen“, stellte Martin Haltrich, Autor der 16. Zeitzeichen, fest.

„Direkt emotional“ war die Freude Haltrichs über den starken Besuch anlässlich der Präsentation seines Werkes. Vizebürgermeister Hannes Prinz begrüßte die Gäste und stellte den Geschichtswissenschaftler Martin Haltrich vor, der 2009 bis 2013 als Archivar und Bibliothekar in Stift Zwettl tätig war. Derzeit ist er Lehrbeauftragter an einigen Universitäten und Bibliothekar im Stift Klosterneuburg.

Haltrich, der Verfasser der gut lesbaren Kulturgeschichte mit wissenschaftlichem Anspruch, versuchte in seinem Büchlein, „den Blick auf die Geschichte des Hauses zu richten, auf Objekte, die Entstehung und welche Menschen dahinter stehen“. Er verwies auf das „Daumenkino“ an den Blatträndern, an dem der Bücherfreund viel über die bauliche Entwicklung des Klosters ablesen kann.

„Stift Zwettl ist nicht aus einem Guss entstanden“

„Es gibt zwar viel Literatur, aber es ist ein Text, der in der Praxis als Archivar entstanden ist“, sagte Haltrich. „Man diskutiert mit Menschen, die ins Stift kommen, darunter Spezialisten für alte Mauern, für Wasserzeichen und vieles mehr. „Sehen Sie das Bändchen als kleines Dankeschön an das Stift.“

Dankesworte an das Zeitzeichen-Team richteten auch der Bürgermeister und der Abtpräses. Herbert Prinz zeigte sich stolz auf die zahlreichen historischen Publikationen, die die Stadt herausgibt. „Seit 1999 gelingt es, fast jährlich ein Zeitzeichen zu präsentieren.“ Deren Autoren tragen „für Gottes Lohn“ zur Aufarbeitung der Lokalgeschichte bei.

„Stift Zwettl ist nicht aus einem Guss entstanden“, bekräftigte Abt Wolfgang. „Vom Beginn der Romanik bis ins 20. Jahrhundert ist immer wieder zugebaut, ausgebaut und überbaut worden.“ Aber diese Vielfalt an Bauteilen aus verschiedenen Epochen, „das macht Zwettl aus“, das wollen die Stiftsbesucher sehen.
Abschließend lud der Abt zum feinen Buffet. Schöne Musik aus dem Barock schuf den ansprechenden Rahmen der Veranstaltung.

Das neue Zeitzeichen wird um 10 Euro im Klosterladen, im Stadtamt, im Stadtmuseum und in der Tourismusinformation im Alten Rathaus angeboten.