Erstellt am 11. April 2016, 14:11

von Markus Füxl

Faszinierend düstere FM4-Gewinner. FM4-Gewinner „Schmieds Puls“ in Zwettl. Die musikalischen Aufsteiger des Jahres zogen vor allem ein junges Publikum an.

Kulturstadträtin Andrea Wiesmüller, die Musiker Walter Singer, Mira Lu Kovacs und Christian Grobauer (hinten, v. l.) sowie Erwin Schierhuber, Raphael Eibensteiner und Andreas Leitner (vorne) von der „Syrnau“. Foto: M. Füxl  |  NOEN, M. Füxl

Der Verein „Syrnau-Kultur:Impuls:Zwettl“ sorgte am Samstag für ein Highlight des Konzertjahres in Zwettl: Die FM4 Amadeus Award-Gewinner „Schmieds Puls“ gaben sich im sparkasse.event.raum die Ehre.

Reduktion prägte den Abend

Das Trio um Sängerin, Gitarristin und Songwriterin Mira Lu Kovacs (sie wuchs in Neulengbach auf und endeckte ihr Faible für die Musik im BORG St. Pölten) sorgte für regen Zulauf, und so füllte sich der Veranstaltungssaal sehr schnell.

Musikalisch war der Abend allerdings geprägt von Reduktion: Kontrabass, Schlagzeug und Gitarre, mehr brauchte es für „Schmieds Puls“ nicht, eine außergewöhnliche Atmosphäre zu erzeugen.

Die interessante Mischung aus Folk, Jazz und Pop macht den Hype um die Band aus, die Musiker selbst beschreiben ihren Stil auf Facebook als „dark songwriting grunge pop“.

Gitarre „Rosi“ erstmals im Einsatz

Gerade diese dunkle Seite war für die Zuhörer faszinierend zu entdecken: Mal sang Kovacs so zerbrechlich zart, dass man auf die Bühne gehen und sie in den Arm nehmen wollte. Im nächsten Moment forcierte die Band aber wieder und spielte etwa voller Inbrunst ihr politisches Statement: „Shame On You“.

Die oftmals textlich düstere Stimmung wusste die Frontfrau zwischen den Songs gekonnt mit Charme und Witz aufzulockern: „Mein Lippenstift ist nun völlig am Mikrofon, wir kommen somit zum Liebeslied des Abends.“

Für die Besucher gab es außerdem mehrere Schmankerl: Zum ersten Mal spielte Mira Lu Kovacs mit ihrer neuen Gitarre, die sie liebevoll „Rosi“ nannte. Außerdem kam man mit dem Song „Marvelous“ in den Genuss, ein bisher unveröffentlichtes Lied der Band zu hören, das textlich auf einem Gedicht von Charles Bukowski basiert.

Wer Lust auf das kulturelle Angebot der Syrnau bekommen hat, der hat am 23. April mit der Blues-Band „Leif de Leeuw“ die nächste Möglichkeit, in Klangwelten abseits des Mainstreams einzutauchen.