Erstellt am 29. Oktober 2015, 09:57

von Jutta Hahslinger

Feuerteufel muss für ein Jahr hinter Gitter. Über Monate sorgte Waldviertler (17) mit Brandstiftungen im Bezirk Zwettl unter der Bevölkerung für Angst und Schrecken.

Der Kremser Rechtsanwalt Georg Retter (links) erkämpfte für den 17-jährigen Serienbrandstifter ein sehr moderates Urteil: Es setzte eine teilbedingte Freiheitsstrafe.  |  NOEN, Hahslinger

"Ich wollte wieder zu einem Einsatz fahren, wollte wieder löschen", erzählt der 17-Jährige vor Gericht leise und er gesteht, heuer im Frühjahr und Sommer fünf Brände in seinem Heimatbezirk Zwettl gelegt zu haben.

Neben drei Fluren (in Merzenstein, Marbach und Rottenbach) zündete der Jugendliche in Marbach am Walde und Annatsberg zwei Wirtschaftsgebäude von landwirtschaftlichen Anwesen an und gefährdete Menschenleben.

„Es tut mir leid“, beteuert der Jugendliche unter Tränen, als ein Teenager im Zeugenstand über das Feuerdrama in Annatsberg berichtet: „Er war ein Freund und hat mich besucht. 24 Stunden später stand der Hof meiner Eltern in Flammen. Meine Mutter, Schwester und ich mussten wegen Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus.“

Gesamtschaden von rund 900.000 Euro

„Ich habe vorher nicht darüber nachgedacht, dass ich auch Menschen gefährden kann“, bekennt der 17-Jährige sichtlich zerknirscht. Vor den Brandlegungen will er auch nicht an die zu erwartenden Schäden - er verursachte einen Gesamtschaden von rund 900.000 Euro - gedacht haben. Seit zwei Jahren sei er bei der Feuerwehr gewesen und seine Gedanken haben sich nur um Löscheinsätze gedreht, sagt der Jugendliche, für den die Karriere bei der Feuerwehr nun beendet ist.

Bei dem Jugendlichen liegen nach einem psychiatrischen Gutachten keine Geisteskrankheiten vor. Er wird zu den Tatzeiten für zurechnungsfähig befunden.

Dreieinhalb Jahre teilbedingte Freiheitsstrafe

Der geständige Angeklagte wird von dem Schöffensenat (Vorsitz Richter Gerhard Wittmann) wegen vierfacher Brandstiftung (einmal versucht) und Sachbeschädigung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe verurteilt: Dreieinhalb Jahre, davon muss der 17-Jährige ein Jahr hinter Gittern absitzen (nicht rechtskräftig).

Weiters wird ihm die Weisung erteilt, sich einer psychotherapeutischen Behandlung zu unterziehen. Den privatbeteiligten Versicherungen muss der Jugendliche über 420.000 Euro (diese Summen wurden den Geschädigten bereits ausgezahlt) zahlen.