Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:02

von Brigitte Lassmann-Moser

Bevor der Hut brennt. Grüne wollen Gemeinde in Verantwortung nehmen, diese könne aber nur Rahmenbedingungen schaffen.

Flüchtlinge  |  NOEN, APA (Schlager)

Wie bereits in der jüngsten Gemeinderatssitzung angesprochen (die NÖN berichtete), fordern die Zwettler Grünen abermals, dass die Gemeinde die Betreuung der Asylwerber übernimmt.

„Man kann die Betreuung der Flüchtlinge nicht mehr nur dem Ehrenamt überlassen“, meint Gemeinderätin Gabriele Linser, da die Gefahr bestehe, dass man die ehrenamtlichen Mitarbeiter über kurz oder lang überfordert. „Die Betreuung gehört auf andere Füße gestellt, und verantwortlich dafür ist die Gemeinde. Die müsste vorausschauend planen und sich auch Maßnahmen für die spätere Integration überlegen. Auch das fehlt.“ Außerdem wisse man nicht, was der Winter bringt. Linser fordert einen Ansprechpartner in der Gemeinde für die Flüchtlingsbetreuung sowie eine Vernetzung im gesamten Bezirk. „Auf informeller Ebene funktioniert das ja auch!“

So, wie die Aufnahme von Flüchtlingen in Zwettl stattfindet, sei es gut, „besser wie in vielen anderen Gemeinden“, so Linser, und der Hut brenne noch nicht. „Aber wir können nicht erst reagieren, wenn‘s zu spät ist!“

"Was ich nicht will, ist eine Zeltstadt"
Bürgermeister Herbert Prinz

„Das werden die Gemeinden nicht verkraften können“, kontert Bürgermeister Herbert Prinz. Es gäbe klare Zuständigkeiten von Bund und Land, und die Flüchtlingsbetreuung obliege anderen Organisationen wie etwa der Diakonie. „Wir als Gemeinde haben gewisse Bereiche selbstverständlich übernommen, wie etwa den Asylwerbern den kostenlosen Eintritt ins ZwettlBad oder die Benutzung des Stadtbusses zu ermöglichen, und wir sind auch bemüht, neue Räumlichkeiten zu finden, in denen man Asylwerber unterbringen können, denn was ich nicht will, ist eine Zeltstadt“, so Prinz. Ohne ehrenamtliche Mitarbeiter mit ins Boot zu nehmen, werde es aber nicht gehen, meint der Bürgermeister. Die Gemeinde sei immer bereit, ein offenes Ohr zu haben, „aber es gibt eine klare Botschaft: Wir können nicht alle nehmen!“, so Prinz.
 

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