Gföhl , Zwettl

Erstellt am 26. August 2016, 05:55

von Jutta Hahslinger

„I versenk‘ di im Stausee“. „Ich hatte Todesangst. Ich glaubte, ich muss sterben“, schildert das Opfer vor Gericht unter Tränen. Ihr Peiniger blieb ungerührt: „Ich habe mich nur gewehrt!“

Gerichtsverhandlung  |  Michael Pfabigan

Er habe doch keine Todesdrohungen „Ich fahre dich nicht heim, sondern in den Tod“ und „Ich versenk dich im Stausee“ geäußert beteuert der 45-jährige aus dem Bezirk Krems vor Gericht. Ein Streitgespräch mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin während der Heimfahrt nach einem Familienfest räumt er bei der Verhandlung allerdings ein. Die Gefährtin habe sich ungebührlich benommen, getanzt und einen anderen Mann geküsst, schildert er.

Deshalb sei es im Auto dann zum Streit und turbulenten Szenen gekommen. Die Ex habe ihm ins Lenkrad gegriffen und er habe deswegen sogar die Leitplanke touchiert. „Sie provozierte fast einen Unfall und ich fragte sie, willst du, dass ich in den Tod fahre? Ich habe sie nur abgewehrt“, beteuert er.

800 Euro Schmerzensgeld

„Er raste dahin und ich hatte Todesangst. Ich habe bei dem Fest gar nichts gemacht, nur getanzt. Das hätte ich besser nicht gemacht. Er ist extrem eifersüchtig. Er begann bei der Heimfahrt zu schreien und zu drohen. Ich wollte einen Notruf absetzen und rausspringen. Da drosch er auf mich ein. Dann stoppte er auf einem Parkplatz beim Stausee. Dort prügelte er auf mich ein und riss mir büschelweise Haare aus“, erinnert sich das Opfer (45) unter Tränen an die Gewaltszenen.

Der Angeklagte versucht, die vorgeworfenen Tätlichkeiten herunterzuspielen. Er habe sie doch nur zurückhalten, mit ihr reden wollen. Absichtlich habe er seine Ex nicht verletzen wollen. Der Richter nimmt ihm die geschönte Version nicht ab: Er verhängt über den Mann wegen Drohung und Körperverletzung sieben Monate bedingt und 1.800 Euro Geldstrafe.

An das Opfer, seine ehemalige Lebensgefährtin, muss er 800 Euro Schmerzensgeld zahlen.