Groß Gerungs

Erstellt am 05. August 2016, 05:58

von René Denk

Debatte um AKM-Beitrag. Veranstaltung sei unentgeltlich, Bretterbauer sieht Lizenzgebühren hier nicht ein.

Aufregung gibt es wegen der Einhebung eines AKM-Beitrages wegen eines uneigennützigen Musikerstammtisches in Griesbach.  |  noen, shutterstock/Bildagentur Zoonar GmbH

Aufregung gibt es wegen der Einhebung eines AKM-Beitrages für einen Musikerstammtisch, der im Gasthaus Kastner in Griesbach zum zweiten Mal Mitte Juli stattfand.

Gottfried Bretterbrauer hat einen Musi-Stammtisch ins Leben gerufen, wo sich Hobby-Musikanten und ihre Angehörigen und Freunde treffen, um einen gemütlichen Abend zu erleben. „Ich betreibe diese Veranstaltung uneigennützig ohne Bezahlung und alle Musikanten kommen ohne Gage freiwillig, nur aus Freude an der Musik. Keiner verdient etwas“, erklärt Bretterbauer.

Jetzt sei die AKM (Staatliche genehmigte Gesellschaft für Autoren, Komponisten und Musikverleger) auf den Stammtisch aufmerksam geworden und Bretterbauer soll Beiträge aus seiner Tasche zahlen, obwohl er seine Zeit investiere und alles freiwillig und unentgeltlich mache.
So kritisiert er vor allem, dass die Zulassungsgröße des Saales und nicht die Personen, die tatsächlich dort waren, als Maßstab herangezogen werden.

Lösung für Beitrag wurde gefunden

„Hochzeiten, wo oft große Bands die Hitparade rauf und runter spielen oder Geburtstagsfeiern, wo oft DJs Platten von der ganzen Welt auflegen, sind von der AKM ausgenommen. Da frage ich mich, warum sich nicht ein paar Hobbymusikanten zusammensetzen und gemütlich musizieren dürfen“, ist Bretterbauer verärgert. Konkret ginge es dabei um 90 Euro, die zu zahlen wären, mit den neun Euro, die beim ersten Musi-Stammtisch in Griesbach eingehoben wurden, hätte er sich abgefunden.

Gerhard Grabner, Leiter der Abteilung Geschäftsstellen im Geschäftsbereich Lizenzen antwortet: „Öffentliche Aufführung urheberrechtlich geschützter Musik ist in Österreich lizenzpflichtig. Öffentlich ist eine Veranstaltung immer dann, wenn sie allgemein zugänglich ist, auch dann, wenn sie zwar nicht allgemein zugänglich ist, aber wenn nicht von Privatsphäre gesprochen werden kann.“

Lösung für konkreten Fall

So seien Geburtstagsfeste, private Zusammenkünfte im Familien- und Freundeskreis und Hochzeiten beispielsweise als privat einzustufen. Konzerte Partys, Bälle, Frühschoppen, Liederabende, Musikfeste, Tanzabende, Volksfeste, Zeltfeste, aber auch Musikantenstammtische, die im Veranstaltungskalender beworben werden, seien als öffentlich einzustufen.

Im konkreten Fall konnte eine Lösung gefunden werden: Bretterbauer habe die Einnahme von Spenden angegeben. Da eine Spende auch in den Bestimmungen als Eintrittspreis verstanden wird, habe sich das Aufführungsentgelt von 7,81 Euro dementsprechend erhöht. Bretterbauer habe mitgeteilt, dass die Getränke der Musiker vom Gastwirt übernommen werden, für die ursprünglich die Spenden vorgesehen waren und die Spenden zurückbezahlt werden. „Daher können wir die Veranstaltung auf ‚ohne Eintritt‘ zurückbuchen“, meint Gerhard Grabner.