Erstellt am 29. September 2015, 08:56

von NÖN Redaktion

Zwei Monate Flucht. Verein "Willkommen Mensch" konnte kürzlich die ersten Flüchtlinge unterbringen. Wurzelhof-Wirtin nahm irakische Familie auf.

Die Flüchtlingsfamilie Sinan, Hanan, Rozan und Rowan Alghraibi mit Veronika und Hans Häusler in Langschlag.  |  NOEN, Susanna Hagen

Der Verein "Willkommen Mensch in Groß Gerungs-Langschlag" konnte kürzlich die ersten Schutzsuchenden unterbringen.

„Es war uns ein Bedürfnis“, betont Wurzelhof-Wirtin Veronika Häusler. Gemeinsam mit ihrem Mann Hans hat sie kürzlich eine junge Flüchtlingsfamilie aus dem Irak in ihrer ehemaligen Wohnung am Wurzelhof aufgenommen. „Wir haben solches Glück, es ist eine reizende Familie, die bei uns eingezogen ist“, sind sich die Häuslers einig.

Erschöpft, aber glücklich

Familienvater Sinan Alghraibi stammt aus Bagdad, wo er zu Friedenszeiten am Elektroniksektor tätig war. Als die Lage zunehmend gefährlicher und hoffnungsloser wurde, sah er sich gezwungen, gemeinsam mit seiner Frau Hanan und den beiden Töchtern Rozan (10) und Rowan (4) seine Heimat zu verlassen. Die Flucht nach Europa dauerte zwei Monate und endete für Sinan mit 17 Tagen in einem Zelt in Traiskirchen, während seine Familie dort in einem Zimmer untergebracht war. Erschöpft sind die Alghraibis in Langschlag angekommen und zeigen sich überglücklich, nun liebevolle Aufnahme, Schutz und ein Dach über dem Kopf gefunden zu haben.

Informationsabend am 8. Oktober

Unter dem Motto „Krieg – Flucht – Asyl, wir helfen“ veranstaltet der Verein „Willkommen Mensch in Groß Gerungs-Langschlag“ am Donnerstag, 8. Oktober, um 20 Uhr einen Informationsabend im Gasthaus Hirsch/Traxler in Groß Gerungs. Bei diesem Anlass wird Obmann Gerhard Fallent den Verein vorstellen, und der Caritas-Beauftragte für Asyl und Integration im Waldviertel, Christian Scheidl, gibt Informationen zur Situation von Flüchtlingen, Asylwerbern und Asylberechtigten. Friedrich Haslinger vom Verein „Willkommen Mensch in Zwettl“ wird seine Erfahrungen aus der Praxis bei der privaten Unterbringung von Schutzsuchenden teilen. Gleichzeitig haben die Bürgermeister beider Gemeinden die Möglichkeit, ihre Pläne und Visionen zum Thema Schutzsuchende darzulegen. Abschließend ist eine Frage- und Diskussionsrunde geplant.