Erstellt am 07. Oktober 2015, 05:52

von Brigitte Lassmann-Moser

Heiterkeit über Taferl. Ein an und für sich ernstes Thema – der Verzicht auf Pestizide – sorgte bei der Sitzung für Auflockerung.

Die beiden Grünen Gemeinderäte Eveline Pichler und Thomas Göschl mit einem der Taferl, die sie bei der Gemeinderatssitzung zückten.  |  NOEN, Foto: privat

Relativ rasch wurden am Dienstag der Vorwoche die 36 Punkte auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung abgehandelt. Überhaupt verlief diese Sitzung recht amikal.
Ein von den Grünen eingebrachter Dringlichkeitsantrag mit der Forderung nach einer Verbesserung der Sendeanlagen für einen einwandfreieren Radio-Empfang in der Stadt, wurde an den zuständigen Ausschuss verwiesen, da nicht einmal die Grünen selbst eine Dringlichkeit sahen. Bürgermeister Herbert Prinz: „Wir brauchen nähere Informationen. Dann bin ich gern bereit, darüber zu diskutieren!“

Beschlossen wurde in dieser Sitzung u.a., dass die Gemeinde künftig auf den Einsatz von Pestiziden auf öffentlichen Flächen verzichtet. Ein von den Grünen in der vorletzten Gemeinderatssitzung eingebrachter diesbezüglicher Dringlichkeitsantrag wurde zwischenzeitlich im entsprechenden Ausschuss behandelt und gelangte nun zur Abstimmung.

Fraktionssprecherin Silvia Moser unterstreicht die Wichtigkeit dieses Vorgehens: „Wir schützen mit dem Bekenntnis zum Verzicht auf Pestizide Leben auf mehreren Ebenen. Immerhin ist der Glyphosat in einem neuen Bericht der WHO in die zweithöchste Gefahrengruppe – wahrscheinlich krebserregend für Menschen – eingestuft worden.

Taferln wurden gezückt

Das heißt, dass nicht nur Böden und Grundwasser samt den darin lebenden Tieren bedroht sind, sondern auch jene Mitarbeiter der Gemeinde, die diese Substanzen in ihrer Arbeit bisher verwenden mussten.“ Die Grünen freuen sich, dass ein Vorschlag der Opposition nicht gleich von vorne herein abgelehnt wurde. „Ob sich daraus schon ein neuer politischer Stil ableiten lassen könnte, wird die Zukunft zeigen!“ Die Freiheitlichen stimmten nicht mit. Sie verwiesen auf den höheren Arbeitsaufwand und den erforderlichen Mehreinsatz an Personal. Ewald Edelmaier: „Das ist ein Schnellschuss, den wir so nicht verantworten können!“

Bei diesem Punkt sorgten die Grünen übrigens für Auflockerung und Heiterkeit: Um zu demonstrieren, dass der Antrag von ihnen kam, zückten sie – wie einst Jörg Haider – Taferln.
Dass auch eine mögliche Wiedereingliederung von diversen Objekten von der Zwettler Immobiliengesellschaft in die Verwaltung der Stadtgemeinde Thema war, freute wiederum die Sozialdemokraten, die in dieser Sache bereits einen Dringlichkeitsantrag eingebracht hatten. „Wir haben zwar keine Taferln vorbereitet, aber das überfraktionelle Gespräch im Vorfeld finde ich gut, solche Infos würde ich mir weiterhin wünschen“, so Fraktionsvorsitzender Franz Groschan.