Bad Traunstein

Erstellt am 21. August 2016, 15:50

von Brigitte Lassmann-Moser

Neuerscheinung: Der Weg nach Hause. Autorin Ilse Krumpöck widmet sich in ihrem jüngsten Werk dem Schicksal eines Ungarnflüchtlings.

Ilse Krumpöck hat wieder zwei neue Werke verfasst.  |  Archiv

Die in Bad Traunstein beheimatete Schriftstellerin und Kunsthistorikerin Ilse Krumpöck präsentiert ihr jüngstes Werk: „Der Ungarnflüchtling 1956 – Peters Weg von daheim nach Hause“. Das Buch erscheint im September bei „Innsalz“ und schildert, anlässlich der 60. Wiederkehr des Ungarnaufstandes das Schicksal von Peter Kovacs, der in diesem Krisenjahr aus seiner Heimat nach Österreich flüchtete.

„Manchmal lässt sich Geschichte über Einzelschicksale besser vermitteln als mit anonymen Zahlen und nüchternen Fakten, die dazu verleiten, Augen und Ohren zu verschließen. Doch nur, wenn man etwas über die Vergangenheit weiß, kann man die Gegenwart begreifen, um Fehlern in der Zukunft vorzubeugen“, meint die Autorin im Vorwort zum Buch.

Angeregt wurde sie dazu durch ein Interview, das Johannes Schmidle 2014 in der Sendung „Ansichten. Zu Gast bei Radio Vorarlberg“ mit Peter Kovacs führte. Kovacs hat den Ungarnaufstand 1956 miterlebt und flüchtete als 15-Jähriger nach Österreich. Nach Umwegen über Siezenheim und Maxglan lebt der pensionierte Raumausstatter heute in Wolfurt in Vorarlberg.

Was den heute 75-Jährigen als Jugendlichen zu dieser schwerwiegenden Entscheidung bewog, wie er die Flucht an sich erlebte und wie er danach in der neuen Heimat Fuß fassen konnte, wird in dieser bewegenden Lebensgeschichte authentisch geschildert, deren Lücken fiktiv aufgefüllt wurden. Die Biografie des Protagonisten ist in die Ereignisse des historischen Zusammenhangs eingebettet, der sich heuer im Spätherbst zum 60. Mal jährt.

Auch das nächste Buch von Ilse Krumpöck – bekannt als sehr fleißige Schreiberin – ist schon wieder fertig und beim Lektor. Es heißt „Der Glasveredler. Johann Joseph Mildner zu Gutenbrunn“. Es wird im Rahmen der NÖ Landesausstellung 2017 im Truckerhaus präsentiert. In diesem Buch werden neue Erkenntnisse zur Familiengeschichte dieses „Wirtschaftsflüchtlings“ einer tschechischen Glasexpertin aufgegriffen, die von der heimischen Fachliteratur bis jetzt ignoriert wurden.

„So hieß der Vater des weltberühmten Glaskünstlers z. B. anders als bisher im deutschsprachigen Sprachraum bekannt und er hatte nicht fünf, sondern neun Geschwister. Es wird darin auch mit der Mär aufgeräumt, dass seine Technik nicht nachvollziehbar sei, die von Glasexperten längst aufgedeckt wurde“, so Krumpöck. „Dass ein so berühmter ,Zuagroaster‘ aus dem Riesengebirge in Gutenbrunn gewohnt und gearbeitet hat, wissen nicht alle Waldviertler. Immerhin erzielte ein einziges Glas aus seiner Hand bei einer Auktion im Jahre 2007 in Heilbronn bereits 42.000 .“