Erstellt am 09. März 2016, 12:29

In Warteposition: Wald weiter in Gefahr. Die Borkenkäfergefahr ist noch nicht gebannt, warnen Experten der Bezirksforstinspektion und der Bauernkammer.

Das Fraßbild eines Buchdruckers.  |  NOEN, BH Zwettl

Sowohl die Forstabteilung der Bezirkshauptmannschaft Zwettl als auch die Bezirksbauernkammer Zwettl warnen vor der nach wie vor latenten Gefahr durch Borkenkäfer für die heimischen Wälder.

Der vergangene Sommer war der trockenste seit über hundert Jahren. Aufgrund der lang anhaltenden hohen Temperaturen und der geringen Niederschläge kam es im Spät-Sommer und im Früh-Herbst neben Dürreschäden zu einer starken Borkenkäferausbreitung, die noch dadurch verstärkt wurde da es sich um ein Samenjahr der Fichte handelte.

Kupferstecher und Buchdrucker sehr gefährlich

„Insbesondere die beiden gefährlichen Borkenkäferarten Kupferstecher und Buchdrucker fanden durch die für sie optimalen Witterungsverhältnisse und infolge der witterungsbedingten Schwächung der Bäume gute Voraussetzungen für ihre Entwicklung“, so Georg Mayr von der Bezirkshauptmannschaft.

Die überwinternden Käfer aus dem Vorjahr „warten“ daher jetzt in hoher Zahl in der Bodenstreu oder Rinde auf die Frühjahrstemperaturen, die sie dann zum Schwärmen (Ausfliegen) und zum Aufsuchen und Befallen von Bäumen bringen. Die Problemlage wird durch die geringen Niederschläge im bisherigen Winterverlauf verschärft. „Wassermangel schwächt die Widerstandskraft der Bäume gegen Borkenkäferangriff“, so Mayr. Deshalb müssen Waldbesitzer auch nach der Aufarbeitung von Borkenkäferschadholz weiterhin ein erhöhtes Augenmerk auf die Waldhygiene richten, um weiteren Borkenkäferschäden entgegenzuwirken.

Dringend: Nadelwälder laufend kontrollieren

Jetzt im ausgehenden Winter, vor Beginn der ersten Borkenkäferschwärmzeit, ist es dringend erforderlich, Nadelwälder laufend zu kontrollieren, befallene Bäume aufzuarbeiten und Schadhölzer unverzüglich abzutransportieren. „Auch in noch stammanhaftenden Rindenteilen von Käferbäumen, aus denen der Borkenkäfer scheinbar bereits ausgeflogen ist, überwintern oft beträchtliche Mengen von Borkenkäfern, daher sind auch solche Bäume unverzüglich aufzuarbeiten und aus dem Wald abzutransportieren“, so der Forstexperte der Bezirksbehörde.

„Das aktuelle Forstschutzziel in der Endphase des Winters besteht darin, dass vor Beginn der Borkenkäferflugzeit im Frühjahr kein unaufgearbeitetes Schadholz (ebenso kein befallenes bzw. borkenkäferfängisches Ast- und Wipfelmaterial) im Wald bzw. in Waldnähe vorhanden bzw. gelagert ist.“

Die Website www.borkenkaefer.at bietet weitere Informationen zu diesem Thema. Fachliche Beratung und Informationen erhalten die Waldeigentümer bei der Bezirksforstinspektion (02822/9025/42615) bzw. bei der Bezirksbauernkammer Zwettl (05/0259/24302).