Erstellt am 25. September 2015, 06:32

von Brigitte Lassmann-Moser

Bäumchen gedeiht. Umbau des Hauses am Neuen Markt in Zwettl schreitet zügig voran, im November wird eröffnet.

Antonia Kastner (l.) und Vereinskassierin Marion Hopfgartner, die auf Kleinkindpädagogik spezialisiert ist - hier vor dem neuen Zubau -, fiebern der Eröffnung der Kinderbetreuungseinrichtung »Apfelbäumen« Anfang November entgegen.  |  NOEN, Brigitte Lassmann-Moser

Das „Apfelbäumchen“ wächst! Bald wird die neue Kindergruppe am Neuen Markt ihre Pforten öffnen. Auf Initiative der beiden Pädagoginnen Antonia Kastner und Sandra Bussecker wurde – wie bereits ausführlich berichtet – in Zwettl eine neue, auf Vereinsbasis organsierte Art von Kinderbetreuungseinrichtung geschaffen – das „Apfelbäumchen“, ein flexibles Betreuungsmodell für Kinder von ein bis 16 Jahren.

Ein Jahr lang wurde in Zwettl nach einer passenden Immobilie zum Mieten gesucht – vergeblich. Dann wurde der Familie Kastner das Haus am Neuen Markt zum Kauf angeboten. Im August erst wurde nach intensiven Planungen mit dem Umbau begonnen. Die Adaptierung der Räumlichkeiten läuft derzeit auf Hochtouren, wie sich die NÖN bei einem Lokalaugenschein in der Vorwoche überzeugen konnte.

Gebäude wird barrierefrei

Einerseits wird der Altbestand auf einen modernen Standard gebracht. So wird das Gebäude barrierefrei, da auch Kinder mit besonderen Bedürfnissen betreut werden, es wird eine kindgerechte Küche geben, da Diätologin Ulrike Thaler täglich mit den Kindern kochen wird, alle Möbel sind handgemacht, die verschiedenen Hölzer und Oberflächen sollen alle Sinne der Kinder ansprechen, es wird eine Kreativzone geben, eine Montessori-Ecke und, und, und.

Andererseits wurde gartenseitig ein Altbestand weggerissen und an dessen Stelle ein neuer, rund 100 m großer Zubau in Fertigteilweise errichtet. Damit umfasst die Einrichtung, die am 2. November eröffnet wird, etwa 230 m², zuzüglich etwa 800 m² Garten. Dort wird es natürlich nicht nur Apfelbäume geben, sondern auch Hochbeete, wo die Kinder selbst anbauen können, einen Naschgarten und entsprechende Spielmöglichkeiten. Über die Kosten der Sanierung hüllt sich der Verein aber in Schweigen.

Ressourcen nutzen und ausbauen

„Wir sehen uns als Ergänzung zu den Angeboten, die es jetzt schon in der Region gibt“, so Antonia Kastner. „Die Ressourcen des Waldviertels zu nutzen und auszubauen, steht im Fokus. Und wir können auch Vorreiterrolle übernehmen“, meint Kastner. Auf Kritik aus Kindergartenkreisen, nicht alles, was das „Apfelbäumchen“ propagiert, sei tatsächlich neu, will Antonia Kastner nicht eingehen. „Ich nehme nicht Stellung zum pädagogischen Konzept anderer Einrichtungen!“

Die Initiative für die Einrichtung ging vom Wirtschaftsforum Waldviertel aus. „Laut einer demografischen Studie werden 2030 im Waldviertel rund 50.000 Arbeitnehmer fehlen. Deshalb muss die Frau als Wirtschaftskraft eingebunden werden. Dafür müssen aber die Rahmenbedingungen stimmen. Und so wurde die Idee geboren, eine Kinderbetreuung zu schaffen, die die Bedürfnisse der Eltern abdeckt“, erläutert Kastner.

Die Anmeldung für das „Apfelbäumchen“ laufen laut Kastner gut, Plätze sind aber noch frei.