Erstellt am 24. Februar 2016, 05:54

von Brigitte Lassmann-Moser

Ist erst einmal der Ruf ruiniert. Brigitte Lassmann-Moser über stete Gerüchte über Asylwerber.

Die Flüchtlingsproblematik wird immer brisanter, sie spaltet die Bevölkerung und regt auf – beide Lager. Wie sehr, dass zeigen die Gerüchte, die immer wieder in Zusammenhang mit Asylwerbern auftauchen und – oft genüsslich – verbreitet werden.

Angefangen mit den via Facebook ausgeschütteten Falschmeldungen, die Caritas würde Flüchtlingen teure Smartphones bezahlen, bis hin zu Vorfällen, wie etwa jenem, bei dem vor Kurzem ein Bursche aus dem Bezirk Zwettl bei einem Bankomat in Waidhofen überfallen und verletzt worden sein soll – angeblich von einem Asylwerber. Auch das dürfte nicht der Wahrheit entsprechen. War alles vielleicht nur erfunden?

Natürlich gibt es da wie dort „schwarze Schafe“, sowohl unter den Asylwerbern als auch unter Einheimischen, aber dass immer gleich Flüchtlinge als Sündenböcke herhalten müssen, wenn etwas passiert, ist nicht nur unfair, sondern auch verantwortungslos. Denn das hinterlässt im Stimmungsbild der Bevölkerung Spuren, die nicht mehr wieder glatt zu hobeln sind.